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	<title>Antoine Monbot, Jr. &#187; Leben</title>
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	<description>Schauspieler aus Das Experiment, Absolute Giganten, Lammbock, Die Blaue Grenze, Schwere Jungs und anderen Filmen :-)</description>
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		<title>Die LOLA in Afrika – ein Reisebericht von Antoine Monot, Jr. für die Deutsche Filmakademie</title>
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		<pubDate>Fri, 14 May 2010 00:48:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kino & TV]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Schauspieler]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<h1>Die LOLA in Afrika – ein Reisebericht von Antoine Monot, Jr. für die Deutsche Filmakademie</h1>
<p>Während in Berlin die LOLAS im Rahmen des Deutschen Filmpreises vergeben wurden, war ich in Benin, Afrika, und habe ein LOLA Festival durchgeführt. Es fing mit vielen Unwägbarkeiten an: Der Vulkan, dessen Namen nicht mal Korrespondenten des öffentlichen Fernsehens aussprechen konnten, verhagelte den Hinflug – und ich kam mit einer 3-tägigen Verspätung in Cotonou an.</p>
<p>Es war nicht mein erster Besuch in Afrika, und doch war er ganz anders als der vorherige. Wir produzierten fast zwei Monate in Kenia unseren Spielfilm SLOWPLAY – und was ich dort zu sehen bekam, war vor allem Armut. Hier fand ich diese Armut ebenfalls vor, aber ich hatte Kontakt mit einer breiten gebildeten Schicht von Beninern. Dies mag dem Umstand geschuldet sein, dass ich diesmal nicht auf eigene Faust gereist bin, sondern im geschützten diplomatischen Rahmen. Aber diese Menschen zu sehen, die studiert und willens sind, ihr Leben zu meistern, ihre Situation zu verändern, das hat mich tief beeindruckt.</p>
<p>Die Deutsche Filmakademie organisierte, zusammen mit der Deutschen Botschaft und vielen Partnern, die „Semaine culturelles Allemandes“. Und ich durfte dort den deutschen Film repräsentieren. Eingeladen war eine Auswahl der nominierten Filme für die LOLA 2010. Wir zeigten von WÜSTENBLUME über DAS WEISSE BAND bis hin zu VORSTADTKROKODILE eine breite Auswahl.</p>
<p>Darüber hinaus durfte ich einen Tag lang beninische Schauspieler und Regisseure unterrichten. Das war eine ebenso unglaubliche Erfahrung. Benins Nachbarland Nigeria hat eine aktive, prosperierende und außergewöhnlich große Film- und Fernsehlandschaft – in Benin ist diese jetzt gerade im Aufbau begriffen. Aber, und genau das war die unglaubliche Erfahrung, sie knabbern an den gleichen Problemen wie wir: Die Schauspieler fragen sich, wie sie am Set sichtbar machen können, dass Schauspieler auch manchmal ein – wohlgemerkt innerliches – Objektiv wechseln müssen, um die gewünschte Leistung zu erbringen. Die Regisseure stellten mir die gleichen Fragen wie die Studenten der HFF München: Wie bringe ich Schauspieler dazu, dies und das zu tun. Und zwar so, dass es am Schluss auch noch wahrhaftig wird?</p>
<p>Ich glaube, dass dieses Seminar – hier sehr schön Atelier genannt – mit die spannendste Erfahrung war, die ich seit langem hatte. Ich zeigte den Teilnehmern dann Fatih Akins Film SOUL KITCHEN, der französisch untertitelt war. Und wissen Sie was? Diese Filmschaffenden, die in der Regel noch nie ihr Land, geschweige denn ihren Kontinent verlassen hatten, die weder Hamburg kennen noch Deutschland, diese Menschen lachten an genau den Stellen, an denen es der Film verlangt. Das war eine Erfahrung, die mir das Herz aufgehen ließ.</p>
<p>Im Anschluss analysierten wir gemeinsam vor allem das Spiel. Und es sind zwei Fragen, die mir im Kopf geblieben sind: Wie mache ich einen Film, der Humor und die Tragik betreffend, so universell ist wie am Beispiel von SOUL KITCHEN gerade erlebt? Und die andere Frage, die aber nicht von allen Teilnehmern geteilt wurde, war: Ist ihr Leben so schnell wie in diesem Film? Leben Sie in einem solchen Rhythmus?</p>
<p>Die Präsentation der nominierten LOLA-Filme verlief spannend und eindrucksvoll. Neben meiner Präsentation der Deutschen Filmakademie versuchte ich dem Publikum das deutsche Filmschaffen und vor allem die präsentierten Filme näher zu bringen.</p>
<p>Auch wenn ich der diesjährigen Preisverleihung in Berlin fernbleiben musste – und jeder, der mich kennt weiß, wie schwer es mir fällt, kostenlose Getränke und Essen abzulehnen – es war eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Der kulturelle Austausch zwischen dem deutschen Film und der Welt sollte weitergeführt werden. Unbedingt.</p>
<p><em>Erschienen im Extrablatt, dem Newsletter der Deutschen Filmakademie am 11. Mai 2010</em></p>
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		<title>Kolumne: Deutschland gegen Spanien, oder das EM-Finale</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jun 2008 13:15:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<h1>Kolumne: Deutschland gegen Spanien, oder das EM-Finale</h1>
<p>Naja … wir sind Papst.</p>
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		<title>Kolumne: Wie war dein Tag heute, Schatz</title>
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		<pubDate>Wed, 21 May 2008 13:14:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[<h2>Lorem ipsum</h2>
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<h4>fjsfhjkshfjdhskj</h4>
uvfhjdhjsh fhjksdhfkjf fjklsdfjkls fjsdfjs jfsdklfjskld Nebenbei habe ich heute mindestens achtmal schlimme Streitigkeiten schlichten müssen. Lea sagte heute zu Lara: ›Ich zähle jetzt bis 3! 1 – 2 – 4 – und die letzte Zahl heißt drei!‹ Süß, oder? Neulich teilte sie mir mit, dass sie sich jetzt eine andere Welt suchen würde – das fand ich wiederum sehr]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Kolumne: Wie war dein Tag heute, Schatz?</h1>
<p>Die klassische Fragestellung. Wie war dein Tag heute, Schatz? Wenn in einer Beziehung der Ehemann auf Durchzug stellt und das über sich ergehen lässt, ist alles schon schön eingespielt. »Wie war dein Tag denn heute?« habe ich aber, ganz unschuldig, meiner besten Freundin gestellt. Einfach so. Fragen Sie beste Freundinnen nie, wie der heutige Tag war. Auf jeden Fall nicht, wenn sie nicht nur beste Freundinnen, sondern auch Mütter sind. Als kinderloser Single überlegt man sich das alles sonst noch mal. So sah die Antwort aus:</p>
<p>»Den Keller weiter aufgeräumt, da am Wochenende Paulas Möbel abgeholt werden. Wir haben um Ostern den kompletten Umbau der Kinderzimmer von Lara und Lea vorgenommen – und jetzt ist Paula dran. Lara hat ein rosa Zimmer, Lea ein terrafarbenes Zimmer und Paula möchte nun ein lindgrünes Zimmer – gut, dass ich nur drei Kinder habe.</p>

<p>Zwischendurch habe ich Wäsche gewaschen, in den Trockner gesteckt, verräumt und wieder gewaschen und getrocknet und und und.</p>
<p>Zwischendrin hatte ich ein Eier- und Schinken-Frühstück und ein Eier- und Schinken-Mittagesssen, in der Früh selbstverständlich auch einen Café mit aufgeschäumter Milch – allerdings hausgemacht und nicht wie bei dir von Starbucks.</p>
<p>Dann versuche ich gerade in meinem Büro, das nicht wirklich nach Büro aussieht, einigermaßen klar Schiff zu machen, so dass es wieder nach Büro aussieht. Papierberge sortieren, einordnen, Rechnungen bezahlen, Staubwischen und und und.</p>
<p>Nebenbei habe ich heute mindestens achtmal schlimme Streitigkeiten schlichten müssen. Lea sagte heute zu Lara: ›Ich zähle jetzt bis 3! 1 – 2 – 4 – und die letzte Zahl heißt drei!‹ Süß, oder? Neulich teilte sie mir mit, dass sie sich jetzt eine andere Welt suchen würde – das fand ich wiederum sehr spannend …</p>
<p>Paula berichtete von ihrer Biologie-Vier und meinte, es sei aber alles wunderbar, denn sie stünde noch auf einer Zwei und, und, und überhaupt waren alle anderen viel schlechter und es war ein Tag vor der Mathe-Schulaufgabe, und ich bin sowieso schuld daran, weil sie soviel Mathe lernen muss, obwohl sie bereits alles konnte …</p>
<p>Eine Freundin fühlte sich aufgrund einer Bemerkung gestern auf den Schlips getreten, eigentlich sogar angegriffen und nahm dies aber gestern mit ins Bett, um es dann heute zu besprechen – so etwas liebe ich ja … Aber das ist nun auch wieder alles geklärt und die Welt scheint in Ordnung zu sein.</p>
<p>Meine Mutter wollte unbedingt, wenn sie am Montag kommt, ihren Führerschein von mir aus irgendwohin mailen, worauf ich ihr erklären musste, dass das nicht so einfach geht, den müsste man scannen und das kann ich nicht – klasse Gespräche, wenn sich der Computer-Laie mit einem Computer-Deppen unterhält …</p>
<p>Jetzt gibt es gleich Essen und dann müssen die Kleinen ins Bett – das dauert immer.</p>
<p>Du siehst also, nicht soo viel zu tun.«</p>
<p>Frag nie!</p>
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		<title>Kolumne: Die Zeit</title>
		<link>http://www.monot.com/2007/11/28/die-zeit/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Nov 2007 13:09:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Kolumne: Die Zeit</h1>
<p>Die Zeit – eine Andacht in vier Absätzen, einem Zitat, einer Verabschiedung und jetzt neu mit Gedicht, wobei das Wort »neu« unbedingt blinkend vorgestellt werden muss</p>
<p>Die Zeit, die gute alte. Unser ewig währender Wegbegleiter. Er lässt uns älter werden, oder nur so aussehen oder nur so nicht aussehen, aber es trotzdem sein. Schön. Wir Männer haben durch das Älterwerden die Reife des Weines; die gnädigsten unter den Damen, bitte mir an dieser Stelle zu verzeihen, dafür die des Apfels und seiner Runzeln. So jedenfalls das Bild, das ständige, welches uns vor Augen geführt und, Gott bewahre, nicht meiner persönlichen Meinung entspricht. Natürlich nicht.<span id="more-37"></span></p>
<p>Ich sitze im Zug, fahre erster Klasse, die Weinhänge ziehen am Fenster vorbei (oder gar umgekehrt?) und ich sitze und schaue in die Natur, die schöne. All dies Zeichen dafür, dass der Zahn, der gute alte, auch an mir naget. Hätte ich mir vor Jahren nicht vorstellen können, eine Zugfahrt zu genießen, hätte ich mir vor Jahren nicht vorstellen können, erster Klasse zu reisen, hätte ich mir vor Jahren nicht zu Gemüte führen können, Weinhängen nachzusehen und -zuweinen, ohne dabei die Unruhe der jungen Jahre, den Zynismus des Anfängers in mir zu spüren, so ist dies, zwar mit 32 Lenzen nicht im Herbste, so aber doch im Spätsommer des Lebens, all dies ein Zeichen dafür:</p>
<p>»Allder, das macht mer Angst«.</p>
<p>Und nu? Den Zynismus wieder hervorkramend, das Leben als das abstempelnd, was es ist, nämlich nichts, für das es sich lohnt, bleiben zu wollen: keine Ahnung.</p>
<p>Aber lasst uns diese Worte besinnlich und nachweihnachtlich und vorsilvestrig beenden. So sagte schon einst ein großer Denker und Dichter unseres Landes:</p>
<p>Wenn Träume zerbrechen<br />
und Liebe zerschellt,<br />
wenn Echsen dann lächeln,<br />
der Hund so laut bellt,<br />
dann weisst du so sicher,<br />
wie irgendwas sonst,<br />
das Leben geht weiter,<br />
Punkt.</p>
<p>Euer Santa Toni, eure glückliche Fee des Westens</p>
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		<title>Kolumne: Deutsche Telekom oder die Phantom-Rechnungen</title>
		<link>http://www.monot.com/2007/11/26/deutsche-telekom-oder-die-phantom-rechnungen/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Nov 2007 13:06:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Kolumne: Deutsche Telekom oder die Phantom-Rechnungen</h1>
<p>Ein letzter, langer Blick zurück. Der Flur wirkt verwaist, die Möbel sind schon vor Tagen abgeholt worden, der Mietvertrag noch für 14 Monate bindend. Einen Nachmieter für das Büro – nicht gefunden. Da gestern der Strom abgestellt wurde und der lange Flur keine Fenster hat, ist nicht mehr all zu viel zu erkennen. Der Kabelanschluss wurde plombiert und der Herr von der Telekom hat seinen Termin natürlich nicht eingehalten.</p>
<p>Die Kündigung war schon ein Kreuz. Drei Faxe, zwei eingeschriebene Briefe (mit Rückschein) – und die Hotline behauptet steif und fest »eine Kündigung ist bei uns nicht eingegangen«. Aber ich habe den Rückschein hier, der besagt, dass irgendjemand bei der Deutschen Telekom die Kündigung erhalten hat. »Das kann nicht sein«, war die Antwort. Mhm … ich sehe ihn aber, er liegt vor mir in meiner linken Hand und da steht das schwarz auf weiß. Ob denn die Post lüge und wohl diesen Zettel, den man gemeinhin Rückschein nennt, gefälscht habe, will ich von ihr wissen. Das könne sie nicht sagen, da sie nicht bei der Post arbeite und auch niemanden kenne, der das tut. Zutrauen würde sie es denen allerdings schon.<span id="more-36"></span></p>
<p>Ich schloss kurz die Augen. Das Gespräch verselbstständigte sich in eine Richtung, in die ich nie wollte. Ich sammelte meine Gedanken. Was ich denn jetzt tun solle? »Am besten kündigen Sie mal«. Oh Mann, das habe ich doch schon. »Wie wäre es, wenn ich Ihnen den Rückschein schicke, natürlich in Kopie?«. »Kopien«, war die kurze und prompte Antwort, »Kopien können wir nicht akzeptieren«. »Ja aber wenn ich Ihnen den Rückschein im Original schicke und sie den nachher auch nicht erhalten, dann …«. »Schicken Sie ihn doch eingeschrieben«. Ich kniff meine beiden Pobacken zusammen um meine Wut beherrschen zu können. Ich würde jetzt doch nicht wirklich einen Rückschein eingeschrieben mit Rückschein schicken. Das ergibt alles keinen Sinn … Wir verblieben so, dass ich erneut eine Kündigung schicken würde – erneut per Einschreiben mit Rückschein.</p>
<p>Ich ging zu einem Freund, dessen Computer nicht wie meiner in Kisten verpackt war, und schrieb die Kündigung erneut. Als ich dann Wochen später die Bestätigung erhielt, waren von meinem ersten Bestreben zu kündigen bis zur erfolgreichen Bestätigung doch glatt neuneinhalb Wochen vergangen.</p>
<p>Jetzt hatte ich alles in einem Ordner, der unter meinen Arm geklemmt war, blickte zurück in den Flur und schloss die Tür ein letztes Mal ab.</p>
<p>Ich machte es mir zur Gewohnheit, ein- bis zweimal pro Woche im Büro vorbei zu gehen, um die Briefe, die von der Post (trotz laufendem Auftrag) nicht weitergeleitet wurden, abzuholen. Neun Wochen, nachdem ich das Büro das letzte Mal von innen gesehen hatte, staunte ich nicht schlecht, als ich einen Brief der Deutschen Telekom in der Hand hielt. Der sah so aus, wie Rechnungen immer aussehen. Ich machte ihn auf und tatsächlich lag vor mir eine Rechnung mit Einzelgesprächsnachweisen. Nicht viel, aber für 57 Euro 30 wollte die Deutsche Telekom Gespräche verrechnen. Der Anschluss war aber gekündigt!? Was tun?</p>
<p>Ich zückte mein Handy und nahm die Aufgabe ernst und gefasst an. Ich rief bei der Hotline der Deutschen Telekom an, nannte meine Kundennummer und erklärte, was mich so verwirrte. »Aber wenn Sie telefonieren, ist es doch normal, dass Sie eine Rechnung von uns erhalten«. »Ja,« sagte ich beherrscht freundlich, »wenn ich telefoniere, dann sicherlich, aber wissen Sie, der Anschluss ist offiziell gekündigt und das wurde von Ihnen sogar schriftlich bestätigt«. »Moment«. Ich wurde auf eine Warteschleife gelegt und war froh, dass sich das Missverständnis jetzt auflösen würde. Nach dem vierten Mal in Schleife »Ihr Anruf ist uns wichtig. Bitte bleiben Sie dran« kam sie wieder. »Haben Sie denn eine Kündigung geschickt?«. Ich schluckte – bitte nicht schon wieder. »Ja, ich habe sogar die schriftliche Bestätigung von Ihnen vor mir liegen«. Ich triumphierte innerlich. »Das kann nicht sein. Im Computer steht nichts von einer Kündigung«. »Aber ich habe doch Ihre Bestätigung vor mir liegen«. »Das kann jeder sagen«. »Aber es ist wirklich so«. »Dann schicken Sie diese mal«. Oh Gott. Nein.</p>
<p>Ich will es kurz zusammenfassen. Ich bekam noch die folgenden sieben Monate Rechnungen, und natürlich kam die Bestätigung der Telekom, die ich ihnen zuschickte, nie bei ihnen an. Ich löschte alle Nummern der Telekom aus meinem Handy und warf die Rechnungen einfach weg. Die Mahnungen und Zahlungsaufforderungen der Anwaltskanzlei ebenfalls. Irgendwann dann hörte der Spuk auf. Nach rund neun Monaten war plötzlich Funkstille.</p>
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		<title>Tage, die nichts wollen</title>
		<link>http://www.monot.com/2007/11/23/tage-die-nichts-wollen/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Nov 2007 13:05:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Tage, die nichts wollen</h1>
<p>Es war wieder mal ein Freitag, wie es immer einer ist, wenn sich einer dieser Freitage ankündigt. Die Sonne ging auf, irgendwo, und sie ging unter, auch irgendwo.</p>

<p>Es war einer dieser Freitage, an denen ich aufwache und sofort weiß, dass das ein merkwürdiger Tag werden wird. Einer von denen, die mir nicht gefallen, einer dieser, an denen ich mich merkwürdig fühle. Da weiß ich nicht, ob es mir gut oder schlecht geht, das kann ich dann nicht sagen, ich weiß nur, dass ich mich wie auf einem Teppich fühle, der mir ständig weggezogen wird unter den Füßen.</p>
<p>An diesem Freitag ist nicht viel passiert, was aber geradezu das Typische daran ist. Typisch und heimtückisch zugleich. Ich bin in der Dusche auf der Seife ausgerutscht und konnte mich gerade noch so fangen, dass ich mich ärgerte, aber nichts weiter passierte. Der Schlüsselbund ist auf der Straße so aufgegangen, dass alle Schlüssel raus geflogen sind, aber keiner in den Gulli. Der Computer stürzte mehrmals ab, die Dateien waren aber noch da. Die Milch drohte sich beim Öffnen des Kühlschranks über alles zu ergießen, ich fing sie aber gerade rechtzeitig noch auf. Die angekündigten Kopfschmerzen kamen nicht und Schmerzmittel hätte ich griffbereit gehabt. Also was soll’s?</p>
<p>So ist das halt manchmal im Leben. Ich glaube, dass man da einfach durch muss. Doofe Freitage sind halt einfach so. Tage ohne Sinn und Verstand, Tage, die nichts wollen, nicht Versprochenes nicht einhalten können und nur langweilen. So pseudodoofe. Da muss man durch, hab ich mir gesagt, und hab’s dann auch gemacht. Gut.</p>
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		<title>Schischi-Küche</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Oct 2007 13:04:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Schischi-Küche</h1>
<p>Ich mag nicht mehr. Es nimmt langsam überhand, diese Schischi-Küche. Schischi-Küche ist, wenn der Mittelstand zu mittelständischen Preisen das Gefühl bekommt, er äße 18 Gault-Millau-Punkte.</p>

<p>Erst gestern ging ich über Mittag in ein Lokal und aß Grill- und Ofengemüse an Fetakäse in Nougatkruste. Ich war wieder einmal zu leichtgläubig und ging nicht davon aus, dass der Fetakäse wirklich einen angebratenen Nutellarand hat. Widerlich. Gemüse und Schokolade. Aber das ist vielleicht das falsche Beispiel, da es mir weniger um geschmacksverirrte, sich überschätzende Köche als um Pseudo-Essen geht. Um Schischi-Küche eben.</p>
<p>Letztens saß ich wieder einmal in einem Restaurant und auf der Karte gab es nur Gerichte wie »Rindfleisch in Zitronengras-Schalotten-Marinade auf einem Vinaigre-Crème-Bett an Limettensoße«. Oder »Huhn auf Frucht-Couscous mit Orangen-Limetten-Bett an Wasabikrokant«. Wissen Sie was ich meine? Grundsätzlich schmecken diese Gerichte auch gut. Aber eben nur gut. Und das rechtfertigt kein Bett und Mousse als Beschreibung. Was war es denn, was ich schlussendlich serviert bekam? Ein Stück Rindfleisch an einer Soße mit Gemüse und Huhn mit Beilage. Fertig.</p>
<p>Diese Kreationen sind auf diesem Niveau auch wirklich komplett überflüssig. In einem Gault-Millau-Restaurant mit 19 Punkten ergeben sie Sinn. Jeder Biss ist eine Geschmacksexplosion. Und vor allem müssen Sie gutes Sitzfleisch haben, bis Sie einen Tisch bekommen. Aber hier? Hier isst der Mittelstand überteuert und kann sich denken, «wow ist das schick«. Und vorher? Ja, vorher gibt’s dann noch eine »Empfehlung aus der Güche«. Die letzte Empfehlung, die ich bekam, war in einem Kongresshotel in der Provinz und bestand aus einem »Wachtelspiegelei auf einem Roggentoast an Petersilie«, wie mir die Bedienung auf breitem Hessisch verständlich machte. Grauslich.</p>
<p>Schluss mit Essen auf und an irgendwelchen Betten.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Selbstmord dank Deutscher Telekom</title>
		<link>http://www.monot.com/2007/02/05/selbstmord-dank-deutscher-telekom/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Feb 2007 12:59:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Selbstmord dank Deutscher Telekom</h1>
<p>Stellen Sie sich vor, Sie wären Kunde der Deutschen Telekom. Ehrlich gesagt können Sie sich auf der Stelle umbringen. Ich selbst bin kein Kunde, saß aber in einem Hotel. Dort wollte ich weltmännisch per WLAN ins Netz der Netze gehen. Einfach so, wie es mir die Werbung suggeriert.</p>

<p>Also – los geht’s. Browser gestartet und prompt wurde ich auf eine Seite der Deutschen Telekom gelenkt. Dort kann man sich, ganz weltmännisch, per Kreditkarte einen Zugang kaufen. Ich wähle also die Stundenanzahl aus, klicke auf »weiter« und siehe da, ich gelange auf eine Fehlerseite. Macht nichts. Immerhin sagen die ja auch, man solle es in ein paar Minuten noch mal probieren. Gewartet, probiert. Nichts. Also wieder gewartet, wieder probiert. Wieder nichts. Nach drei Tagen dachte ich mir, jetzt rufste mal an, bei der Deutschen Telekom. Gott sei Dank war keine Kontaktnummer auf der Homepage, also direkt den Kundendienst für private Anschlüsse. »Ja, Grüß Gott. Mein Name ist Monot und ich versuche gerade, einen Onlinezugang Ihres WLAN-Dienstes zu erwerben. Leider gibt es dort seit drei Tagen eine Störung. Können Sie mir weiterhelfen?«. »Um was geht es?«, war die Antwort. »Um einen WLAN-Zugang namens CLUB_5, den ich online per Kreditkarte kaufen möchte«. »Und Sie stehen jetzt im Geschäft?«. »Nein, ich sitze vor meinem Computer im Hotel«. Ein Seufzer der Erleichterung ging durch diese Dame. »Dann ist T-Online dafür zuständig«. Warum denn dann beim Aufruf des Browsers eine Seite der Deutschen Telekom käme, fragte ich schüchtern nach, das, so die Antwort, das kann gar nicht sein. Ach so, verstehe – schon klar.</p>
<p>Also. Auskunft angerufen und nach der Nummer von T-Com gefragt. Dort angerufen. Wirklich schöne Musik haben die da zum Warten. Wirklich. Anfangs funktioniert es auch und ich werde beruhigt durch diese wunderschönen sphärischen Klänge. Nach geschlagenen 15 Minuten und einer Musik, die alle 35 Sekunden neu im Loop zu hören ist, steigt mein Blutdruck allerdings merklich an. Auch das »Ihr Anruf ist uns wichtig, legen Sie daher bitte nicht auf«, beruhigt mich nach dem 672sten Mal nicht mehr wirklich und ich denke mir, wenn ich euch wirklich wichtig bin, dann stellt mehr Menschen ein. Bummsdi. Basta.</p>
<p>Dann endlich. Ein Mensch nimmt ab. Tief durchatmen (Blutdruck durch Selbstmeditation senken), freundlich meinen Namen nennen und von meinem Problem berichten:</p>
<p>»Hallo. Mein Name ist Monot. Ich sitze in einem Hotel und möchte gerne einen WLAN-Zugang käuflich erwerben. Leider werde ich nach Eingabe meiner Kreditkarten-Daten auf eine Fehlerseite weitergeleitet«.<br />
Am anderen Ende Stille. Pause. Das schreckliche Nichts.<br />
»Hallo?«<br />
»Ja«, antwortet die Dame von T-Com.<br />
»Ich sitze in einer Hotel-Lobby und versuche, Kunde von Ihnen zu werden. Der WLAN-Zugang namens CLUB_5 wird mir allerdings verwehrt.«<br />
»Wo sind Sie?«, so die Dame.<br />
»In einer Hotellobby, Sie wissen schon, diese Dinge, die Hotels bauen, nahe der Rezeption mit Sesseln und so.«<br />
»Ich bin von T-Com, wir sind kein Hotel…«<br />
Weiter kam sie nicht mehr.<br />
»Nein. Das Hotel,«, flötete ich, »davon bin ich ausgegangen. Ich versuche nur via T-Com einen WLAN-Access herzustellen und werde dann auf eine Fehlerseite der Deutschen Telekom weitergeleitet.«<br />
»Ach«, ein aufseufzender Luftaustoß war zu hören, »dann ist die Deutsche Telekom auch dafür zuständig.«<br />
»Nein – die bestreiten jegliche Zuständigkeit«, so ich.<br />
»Das ist normal bei denen.«<br />
»Wie bitte?«, ich traute meinen Ohren nicht. Das Tochterunternehmen beschuldigt die Mutter. Verrat in der Familie? Wirtschaftlicher Inzest?<br />
Egal.<br />
»Und was soll ich jetzt machen?«<br />
»Was wollten Sie denn ursprünglich tun?«<br />
»Per WLAN ins Internet gehen.«</p>
<p>Ich musste ihr erstmal erklären, was WLAN ist. Sie arbeite zwar bei der T-Com, aber man könne ja nicht alles wissen, meinte sie entschuldigend. Ich war wie paralysiert ob der Tatsache, dass bei dem Staatsmoloch Menschen arbeiten, die sich entschuldigen können. Sie bedankte sich sehr bei mir für meine kurze Ausführung in die Welt der drahtlosen Internet-Zugänge und sagte mir – resolut und bestimmt – sie würde sich meines Problems annehmen. Ob ich denn kurz warten könne, sie würde mich verbinden und der zuständigen Person mein Problem schildern. Dann käme alles gut, wie sie sagte, da sie mich ins Backoffice verbinden würden. »Die kennen sich wirklich richtig aus«, so meine nette Beraterin. Ich stimmte freudig zu. Froh, endlich verstanden zu werden.</p>
<p>Es kam wieder das Band mit der Musik. Nach rund 30 Sekunden wurde die Leitung unterbrochen und ich hörte das eintönige Tuten eines Besetztrufs. Tausend Gedanken schossen mir durch meinen Kopf. Schossen? Sie tobten geradezu. Karneval in Venedig ist dagegen was für Anfänger.</p>
<p>Äußerlich war ich aber ganz ruhig. Habe meinen Laptop zugeklappt, bin auf mein Zimmer gegangen und habe in mein Kopfkissen geweint. Nicht zitternd und schreiend. Einfach nur leise geweint, während ich meinen Mund auf das ach so flauschige Kissen gedrückt habe. Kurz war ich versucht es komplett gegen Mund und Nase zu drücken. Nur so lange, bis ich nicht mehr weine, nicht mehr atmen muss.</p>
<p>Danach habe ich auf der Toilette kurz mein Gesicht gespült, mich auf mein Bett gesetzt und den Fernseher angemacht. Das erste, was mir ins Auge sprang, war ein WLAN-Sonderangebot der T-Com. Ich habe den Fernseher ausgemacht und mich mit geschlossen Augen in mein Bett gelegt. Ich habe die ganze Nacht weder geweint noch geschlafen. Ich lag einfach so da und habe mir die Zeiten herbei zu wünschen versucht, als es das alles noch gar nicht gab.</p>
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		<title>Versicherungs-Zahnstocher auf Urlaub</title>
		<link>http://www.monot.com/2007/01/27/versicherungs-zahnstocher-auf-urlaub/</link>
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		<pubDate>Sat, 27 Jan 2007 12:58:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<h1>Versicherungs-Zahnstocher auf Urlaub</h1>
<p>Wie soll der normale, arbeitende Mensch von heute eigentlich noch wissen, was er für eine Versicherung benötigt? Ich stehe an der Spitze unseres Zweiklassen-Systems und habe eine private Krankenversicherung, die so ziemlich jeden Schwachsinn bezahlt, den ich jemals von einem Arzt bekommen möchte (ich achte immer darauf, dass ich pro Monat mehr Arztkosten verursache, als ich Prämie bezahle, so hab ich wenigstens das Gefühl, noch ein Schnäppchen gemacht zu haben).</p>

<p>Die Haftpflichtversicherung darf natürlich nicht fehlen, klassischerweise sagt einem das jeder. Ich habe zwar noch nie die »teure, große Schaufensterscheibe« meines Freundes kaputt gemacht, aber zu einem kleinen, aber feinen Versicherungsbetrug (das war die teure Vase eines Kollegen; Ratschiing: 300.- Euro; Halbe-Halbe) reicht’s allemal. Dann wird’s aber schon wieder komplizierter.</p>
<p>Was nun? Fehlt was? Hab ich irgendwas übersehen? Also wird schnell ein Versicherungsberater nach Hause geholt, der – auf Provisionsbasis lebt und dir alles verkaufen will, da ich das aber im Vorhinein schon weiß, bin ich gut gewappnet – auch gleich seinen Laptop mitgebracht hat. (Der letzte lebende dieser Spezies, der mein Heim betreten hat, hatte den klassischen Mönchsring auf dem Kopf und die Wumme obenrum war bespickt mit einzelnen unter die Haut genähten, künstlichen Haaren. Das sah aus wie Zahnstocher auf All-Inclusive-Urlaub.) Der erzählt mir erstens, dass ich eine Hausratversicherung dringend benötige, inkl. Wasser-, Glas-, Sturm- und Feuerversicherung. Eine Rechtsschutz- ist auch vonnöten und natürlich und sowieso die Arbeitsunfähigkeitsversicherung, nachgelegt wird dann noch mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Eine Lebensversicherung mit Todesschutz sollte jetzt noch schnell abgeschlossen werden, dass die in Zukunft nach zwölf Jahren nicht mehr steuerfrei ist (»Bestandsschutz!!!« Er betont vor allem die drei Ausrufezeichen) und natürlich eine private Pflegeversicherung, da sonst die ganze eigene und angeheiratete Sippschaft dafür aufkommen muss, wenn ich im Pflegefall Dritter nicht mehr dafür aufkommen kann. Diese wird mir dann auch noch für meine und die Schwiegereltern verkauft, damit ich nicht zur Kasse gebeten werde.</p>
<p>Und wumms sitze ich da mit einer monatlichen Belastung von 470 Euro. Abgesichert bin ich jetzt bis unter die Zähne. Überversichert? Gottbewahre! Ich habe noch keine Unfall-, Auslandskranken-, keine Gepäck- und Diebstahl-, keine PKW- und Berufsrechtschutzversicherung inkl. PKW-Abdeckung.</p>
<p>Aber das ist ja alles kein Problem. Neues Jahr – neues Vertreter-Glück! Herzlich Willkommen in meiner Welt…</p>
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		<title>Deutschland, geliebtes Deutschland – Ein Abschiedsbrief</title>
		<link>http://www.monot.com/2006/12/30/deutschland-geliebtes-deutschland-ae-ein-abschiedsbrief/</link>
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		<pubDate>Sat, 30 Dec 2006 12:55:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Deutschland, geliebtes Deutschland – Ein Abschiedsbrief</h1>
<p>Da gehst du also hin. Ziellos und verwahrt. Verwehrt. Äh, Verwirrt. Was warst du doch einst schön und lieblich mit Zauberwörtern wie Vollbeschäftigung, Entnazifizierung und vielen anderen Leckereien überhäuft. Was konnten wir doch damals dankbar sein, unseren transatlantischen Freunden, unseren Amis. Hach, war das schön, als sie Kaugummis von den rettenden Panzern warfen und uns alle hin zu einer schönen, einer besseren Zukunft, einem guten Deutschland führten.</p>

<p>Hach, war unser Leben noch in Ordnung. Die Frauen bauten auf, die Männer unterstützten sie, indem sie sich um die Kleinen kümmerten und liebevoll die Wäsche übers Brett schrubbten.</p>
<p>Hach, was haben wir jetzt daraus gemacht? In welches Joch haben wir dich geliebtes Deutschland geworfen? Was ist aus dir geworden?</p>
<p>Du bist auf dem besten Weg in den Abgrund. Du bist faktisch und tatsächlich am Ende. Warum ich dir, geliebtes Deutschland, diesen Abschiedsbrief schreibe? Weil ich damals, es war wohl das Jahr 2001, mich klammheimlich losgesagt habe aus deinen Klauen. Ich mich einfach klammheimlich – ohne Adieu gesagt zu haben – eben nicht verabschiedet hatte, sondern mich klamm und heimlich ins politische Exil begeben habe. Ins politische? Ins wirtschaftliche?</p>
<p>Ich habe dich verlassen, so wie kein Hund sein Herrchen verlassen sollte. Und doch habe ich es getan. Und jetzt – nachdem ich im SPIEGEL immer wieder lesen darf, wie schlecht es um dich steht, wie wacklig du nach meinem Abgang (wegen meines Abgangs?) noch auf den Beinen stehst – jetzt muss ich das Wort an dich richten. Nicht reuig, nicht versöhnlich, aber liebevoll erinnernd. Zärtlich der Vergangenheit, den Trümmerfrauen nachweinend.</p>
<p>Oh geliebte Seen- und Flusslandschaft, das wird deiner wirklich nicht gerecht. So sollte es nie zu Ende gehen. Ja, du hast richtig gehört. Es geht deinem Ende zu. Deutschland ist tot, es lebe Deutschland. Das sollte dich doch aufmuntern, denn erst wenn du tot bist, am Boden, zerstört, erst dann ist es wieder möglich aufzuerstehen (siehe Jesus und andere).</p>
<p>Bitte, Land der Dichter und Denker, Verrückten und Unverrichteten, jetzt fang nicht an zu weinen. Komm wisch dir das kleine Tränlein weg, was da über deine linke Ostdeutsche Backe rinnt, so schlimm ist es nicht. Wie bitte? Ja doch, es ist fertig. Es geht dem Ende zu. Was in der Zwischenzeit passiert? Das kann ich dir gerne erzählen:</p>
<p>Es war einmal…, nein, Entschuldigung. Es gibt ein Land, dass gelähmt vom politischen Einheitswirrwarr, gelähmt von der eigenen Verfassung, dem Grundgesetz, zugrunde gerichtet von der Siamesischen Wiedervereinigung, und verspottet von Ausland-Exilianern seinem Ende entgegensieht. Es war einmal der Pol in einem Europa, das Angst hatte davor, wenn 1989 das zusammen kommt, was zusammen kam. Rundherum war entweder Unfähigkeit auszumachen oder der rote Lulatsch der in den Ländern rund um uns herum regierte.</p>
<p>Und jetzt? Jetzt, nachdem der Kommunismus aufgebrochen wurde, jetzt wird dich das Ausland überholen. Wie lange? Mein Lieber, meine Liebe, mein Deutschland, es wird noch rund 20 Jahre dauern, in denen du dahin siechen wirst. Von Jahr zu Jahr schlimmer werdend. Deine Bewohner werden in Scharen ausziehen, aber nur die, die etwas können und die, die nichts mehr können, kommen rein aus anderen Ländern, die noch schwächer sind. Und der kleine Prozentsatz, der noch ganze Sätze – am Stück wohlgemerkt – sprechen kann… ja, den kannst du dann auf kolumnen.de suchen gehen. Oder? Verzeih, im Ausland.</p>
<p>Ich wollte mich von dir verabschieden. In aller Form. Denn solange es dir so beschissen geht, so lange bin ich wech – nur dass das mal klar ist. Krieg dich wieder auf die Reihe, dann stehe ich auch wieder stützend neben dir. So aber, so aber musst du auf mich verzichten.</p>
<p>Wo ich jetzt bin? Im Land der Schokolade und Berge, dem Land der Banken und Filmfestivals, im Land der Eidgenossen und Helvetier. Adieu, mein geliebtes Land, adieu. Adieu.</p>
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		<title>Taschengeld-König</title>
		<link>http://www.monot.com/2006/03/12/taschengeld-koenig/</link>
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		<pubDate>Sun, 12 Mar 2006 12:52:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Taschengeld-König</h1>
<p>Wir schreiben das Jahr 1988. Ich war 13 Jahre alt und wusste, wie ich es schaffen konnte, reich zu werden. Sehr reich sogar.</p>

<p>Ich wuchs in eher finanziell bescheidenen Verhältnissen auf. Das Geld langte oft vorne und hinten nicht und alle anderen hatten immer mehr als ich. Mehr Geld, mehr Markenkleider, mehr zum Vorzeigen. Während ich meine Mutter einer wochenlangen Gehirnwäsche unterziehen musste und sie dabei fast ruinierte, um ein paar originale hochgeschlossene Puma-Turnschuhe zu bekommen, hatten andere drei Paar, zwei BMX-Räder und immer 50 Mark in der Tasche. Für ein Mal wollte ich das alles haben, wollte ich Taschengeld-König sein.</p>
<p>Ich stieg ins Postergeschäft ein. Erinnern Sie sich noch? Wir träumten noch von Starbucks und Red Bull, aber was wir hatten, waren diese Poster. Poster mit Sonnenuntergängen, Muskeltypen, Einhörnern, Popos in knappen Höschen, fancy Cocktails und und und. Gesagt, getan. Ich schlug pro Plakat drei Mark drauf und ließ meinen eigens dafür erstellen Plakatkatalog in der Schule herumgehen. Jeder machte ein Kreuz hinter seinem Plakatwunsch und schrieb dahinter seinen Namen. Der Anfangserfolg war überwältigend. Sie kamen und bestellten. Vor allem die fancy Cocktails gingen bei den männlichen Schülern weg wie warme Semmeln, die Einhörner bei den weiblichen. Ich sah, einer Todeserfahrung gleich, in dem Tunnel, in dem ich mich befand, am Ende ein helles, »gutes« Licht. Mein Traum wurde wahr. Ich wurde reich. Die Plakate wurden dann am Ende der Woche bestellt und nach vier bis fünf Wochen kam die große Rolle zu mir nach Hause. Endlich. Das Abkassieren hatte begonnen.</p>
<p>Ich war begeistert. Natürlich konnten sich nicht mehr alle an ihre Bestellung erinnern, aber der Prozentsatz der »Nichtabnehmer« blieb gering. Ich verteilte und kassierte ein. Pro Bestellung gingen ungefähr 30 Plakate raus, mal drei Mark waren das umgerechnet 90 Mark. Wow. Wenn ich jetzt die paar Nichtabnehmer abzog, blieben immer noch rund 80 Mark übrig. Das war mehr als ich mir erträumt hatte. Ich rechnete mir aus, was passieren würde, wenn ich täglich 30, 40 ja sogar 50 Stück absetzen würde. Es war der Wahnsinn.</p>
<p>So verkaufte ich ein paar Wochen lang. Sobald die eine Bestellung kam und verteilt war, gabs auch schon wieder einen neuen Katalog mit neuen Motiven: rote Autos, Landschaften in der Dämmerung mit Blitzgewitter, starke Männer mit Babys auf dem Arm und natürlich noch mehr fancy Cocktails.</p>
<p>Irgendwann wurde ich übermütig und bestellte Plakate auf gut dünken. On Spec, wie wir heute sagen würden. Ich bestellte rund 150 Stück und brachte diese eines Tages mit in die Schule. Ich präsentierte sie stolz auf dem Schulhof. Ich pries und verkaufte. Und keiner wollte sie. Ich setzte mein ganzes Talent ein, alles was ich hatte. Zurückblickend würde ich sagen, ich probierte diverse Marketingstrukturen und -aktivitäten aus. Ich verkaufte auch, blieb aber auf 145 Plakaten sitzen. Ich hatte übersehen, dass mein Geschmack nicht der der Allgemeinheit war, und dass bald alle Kinderzimmer mit Plakaten geradezu tapeziert waren.</p>
<p>Bei einem Einkaufspreis von rund 19 Mark 90 war ich ruiniert. Das Geld der ersten Verdienste war längst ausgegeben und auf eine Pleite war ich – weder finanziell noch geistig – vorbereitet. Ich war, wie gesagt, ruiniert. 145 mal 19 Mark 90? Ich traue mich noch heute kaum, die Summe zusammen zu rechnen. Für einen 13-Jährigen kam das einem Offenbarungseid gleich. Und dabei hatte ich doch alles gegeben. Alles, um nur einmal im Leben Taschengeld-König zu sein. Ich fing wieder an zu träumen von Getränken, die Flügel verleihen und von Kaffeehäusern für unsere Generation.</p>
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		<title>Vorweihnachtliche Wunder</title>
		<link>http://www.monot.com/2005/11/29/vorweihnachtliche-wunder/</link>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2005 12:36:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Vorweihnachtliche Wunder</h1>
<p>Kennen Sie die kleinen Wunder? Die kleinen Wunder und Rätsel, die einem tagtäglich begegnen? Diese kleinen Wunder, die ich nicht mag? Können Sie mir bitte erklären, wie eine Reinigung funktioniert? OK, ich habe zwei Möglichkeiten, waschen oder chemisch reinigen. Hemden werden klassischerweise gewaschen, Anzüge gereinigt. Haben Sie sich noch nie gefragt, was der Unterschied ist? CHEMISCHE REINIGUNG. DRY CLEANING. Klingelt&#8217;s langsam?</p>

<p>Laut der Fachkraft an der Kasse kommen die mit Flüssigem gar nicht in Berührung. Wie bitte schön kann man etwas sauber machen, ohne dass es nass wird? Nein, glauben Sie mir. Das wird nass. Wie sollen die denn sonst sauber werden? Ahaa. Oder was ist zum Beispiel mit der schlecht gelaunten Frau, die Sandwichs verkauft und Einweg-Arzt-Handschuhe trägt. Jaha, das wurde importiert. Aus Amerika. Mhmm. Wegen der Hygiene. Die Sandwichs werden nur noch mit Handschuhen angefasst. Und danach damit das Geld angenommen, der Betrag in die Kasse getippt. Hallo? Ich fragte meine Sandwich-Verkäuferin letzthin: »Warum tragen Sie Handschuhe?«. »Wägen Hegienä, muss alles sauba sein«. Ohkay! Und was soll das eigentlich das blaue Licht auf den Toiletten. Klar, wegen den Junkies. Hey, Hand aufs Herz. Glauben Sie wirklich, dass ein Drogensüchtiger, der sich seit Stunden sein Geld zusammen geklaut hat, um endlich von seinem Dealer beschissen zu werden, dass dieses zittrige Etwas, Schweiß gebadet, den nächsten Schuss kaum aushaltend, sich abschrecken lässt von BLAUEM Licht? Der sieht doch seine Ader auch im grellsten Scheinwerferlicht nicht mehr! Warum? Weil da keine mehr ist. Weggefixt. Aber ich seh&#8217; deswegen im Spiegel aus wie der letzte Außerirdische, Danke. Und wo wir gerade dabei sind. Warum müssen sich Männer immer genau das Pissoir aussuchen, neben dem ich stehe. Hey. Links und rechts ist eine ganze Palette frei. Und bitte sprecht mich nicht dabei an. Ich habe nur eine Gehirnhälfte. Ich kann mich nicht auf zwei Sachen gleichzeitig konzentrieren Lasst mich einfach in Ruhe versuchen, diese Welt zu verstehen. Lasst mich versuchen, Wundern aus dem Weg zu gehen.</p>
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