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	<title>Antoine Monbot, Jr. &#187; Beziehungen</title>
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	<description>Schauspieler aus Das Experiment, Absolute Giganten, Lammbock, Die Blaue Grenze, Schwere Jungs und anderen Filmen :-)</description>
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		<title>Kolumne: Meine Zukunft ist Gegenwart</title>
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		<pubDate>Sun, 04 May 2008 13:13:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Kolumne: Meine Zukunft ist Gegenwart</h1>
<p>Es war wohl 1985 und ich zehn Jahre alt. Ich lag auf der Kuhwiese, hatte einen Grashalm im Mund und schaute den Wolken zu, die vorbei rasten. Damals wünschte ich mir, in einer anderen Zeit zu leben: später. Zu viel war jetzt noch nicht möglich. Ich erfand ständig Sachen. Ich erfand mir die Zukunft. Ich erfand das Einfacher Einkaufen, das Schlauer Fernsehen, das Wasser Kaufen ohne Tragen oder das Lernen ohne Schule. Kurz, ich wollte, dass Abläufe schneller, einfacher vonstatten gingen. Ich wollte die Zukunft in der Gegenwart.</p>

<p>Heute liege ich auf keinen Wiesen mehr herum, da ich gelernt habe, dass Grasflecken selber entfernt oder zumindest in der Reinigung selber bezahlt werden müssen, ekele mich vor Grashalmen im Mund im Allgemeinen, da ich unwiderruflich das Bild von pipi-enden Hunden und a-a-enden Katzen sehe, die selbiges genau auf meinem Strohhalm tun, von Menschen, die spucken, und von saurem Regen ganz abgesehen.</p>
<p>Aber ich habe festgestellt, dass meine Erfindungen erfunden werden. Jetzt. Wiesen hin oder her.</p>
<p>Heute ist meine geträumte Zukunft der Vergangenheit Gegenwart geworden, oder um es verständlicher auszudrücken: meine Zukunft ist Gegenwart:</p>
<p>Mein Fernseher zeichnet mir jetzt dank einer Set-Top-Box vom Kabelfernsehbetreiber und einer auf dem Bildschirm integrierten Programmzeitschrift, die sich EPG (Electronic Program Guide) nennt, alles auf, was ich möchte. Auch in Serie. Ein Klick, und alle Folgen werden automatisch auf meine Set-Top-Box mit integriertem Festplattenrekorder aufgezeichnet.</p>
<p>Das hat meine Sehgewohnheiten komplett revolutioniert. Rund 60 Stunden habe ich zur Verfügung. Jetzt nimmt mir mein zweites Ich jeden Tag »King of Queens«, »Kulturplatz« und »Kulturjournal« auf. »Wetten, dass …?« ist mein ständiger verzögerter Begleiter geworden, und ich verpasse plötzlich auch keine Folge mehr von »Schmidt &amp; Pocher«. »Polylux« ist sowieso dabei, »Das Perfekte Promi Dinner« auch, »WISO«, »Frontal 21«, »Plusminus« und »Nur die Liebe zählt«. Jeden Abend, wenn ich nach Hause komme, schaue ich nach, was mir die geträumte Zukunft der Vergangenheit Neues gebracht hat.</p>
<p>Mein Einkaufsverhalten hat sich auch revolutioniert. Bei mir um die Ecke gibt es eine Filiale einer Supermarktkette, die mich zum Programmchef des Einkaufs werden lässt. Betrete ich das Geschäft, scanne ich meine Mitgliedskarte und bekomme daraufhin das vollautomatische Go, einen Barcodescanner aus dem Regal zu ziehen. Mit diesem scanne ich jetzt meine Waren selber im Geschäft, bevor ich sie bereits direkt in meine Tüte tue. So laufe ich durch das Geschäft, bin ständig über Preise informiert, kann Rabatte überprüfen und werde so vom tumben Einkäufer zum Piloten meines eigenen Supermarkt-Lebens. Eigens für uns gibt es eine Kasse, an der nur noch mein Barcodescanner gescannt wird, und die Preise übertragen sich automatisch in die Kasse. Da ich alles schon eingepackt habe, muss ich nur noch zahlen und kann nach Hause.</p>
<p>Im Internet las ich just vor ein paar Tagen, dass Forscher herausgefunden hätten, wie kabelloser Strom zu übertragen wäre. Das war das letzte, was ich noch erfinden wollte, als ich mit zehn Jahren auf meinem sauren Grashalm herum biss, der nach Scheiße schmeckte, und die Wolken anschaute. Liebe Zukunft, danke, dass du jetzt da bist, danke, dass wir zusammen sind.</p>
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		<title>Kolumne: Hallo große Unbekannte</title>
		<link>http://www.monot.com/2008/02/10/hallo-grosse-unbekannte/</link>
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		<pubDate>Sun, 10 Feb 2008 13:12:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Kolumne: Hallo große Unbekannte</h1>
<p>Es war schön dich getroffen zu haben. Was für eine Frau. Durchgeknallt ist sie. Das kann ich bestätigen. Ich bin es aber auch, darum sollte es deswegen keine Probleme geben. Das kann ich auch bestätigen.</p>
<p>Jetzt beginnt wieder einmal die spannende Phase. Kennen Sie die? Man lernt einen Menschen kennen, den man sich für mehr als einen Freund wünscht. Ist sie das? Oder ist das nur die Kurzstrecke? Soll man sich weiterhin treffen? Ja, klar. Will sie das auch? Muss sie wirklich noch ein paar Sachen vorher klären, wie es mir mein Gefühl sagt, oder klärt sie die gar nicht? Oder schon gar nicht wegen mir? Oder sehe ich sie überhaupt nicht mehr wieder? Oder wie jetzt?<span id="more-39"></span></p>
<p>Du Unbekannte. Das eine Mal war toll. Zugegeben. Ich bin begeistert von dir. Hoch auf hoff aus. Was auch immer das heißt. Es klingt so wie ich mich fühle.</p>
<p>Und jetzt? Jetzt heißt es warten. Ich habe die letzten zwei Mal angerufen. Jetzt muss sie sich ja rühren. Oder was geht in so einem Frauenkopf herum? Umher? Was passiert da generell eigentlich?</p>
<p>Früher kam ich mir benachteiligt vor, dass wir nur die eine Gehirnhälfte gleichzeitig benutzen können. Inzwischen, mit dem Alter, kommt mir diese weibliche Dualität sehr nachteilig vor. Für mich. Ist ja beides dasselbe!? Hat sich also doch nichts geändert mit dem Alter. Gott sei Dank.</p>
<p>Ruft sie jetzt an? Oder ist das ein Teil des Spiels? Will sie wissen, wie lange ich es ohne angerufen zu werden aushalte? Oder rangiere ich einfach irgendwo nach Job, Kanarienvogel und »Bad putzen«? Oder hat sie einen (noch) anderen »ich melde mich«-Rhythmus als ich?</p>
<p>Und was, wenn sie das jetzt liest? Weiß sie, dass ich sie meine? Uff, das wäre mir aber peinlich. Und meine Ex? Ist die jetzt traurig oder freut die sich für mich, oder am Schluss beides? Oder ist es ihr einfach egal? Und das Traurigsein nur eine Wunschvorstellung? Und warum hat eigentlich die Titanic keine guten Titelbilder mehr?</p>
<p>Ich bleibe dran.</p>
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		<title>Frühlingsgefühle oder die Hoffnung stirbt zuletzt</title>
		<link>http://www.monot.com/2007/04/13/fruehlingsgefuhle-oder-die-hoffnung-stirbt-zuletzt/</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Apr 2007 09:57:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<h1>Frühlingsgefühle oder die Hoffnung stirbt zuletzt</h1>
<p>Jetzt ist es also soweit. Du meintest es wäre an der Zeit mich zu verlassen. So ein Wahnsinn, wie ich finde. Aber was soll ich machen?</p>

<p>Ich war schon immer einer der Typen, die lange kämpften, einer derer, die nicht aufhören konnten, so lange der Frau aller Träume den Hof zu machen, bis ich es schaffte oder bis ich allen Mut verlor. Das konnte schon drei Jahre gehen. Bisher sieht die Bilanz ganz ordentlich aus. Von vier Höfen habe ich zwei bekommen. Fünfzig fünfzig also. Und du bist jetzt die Letzte dieser kleinen Statistik.</p>
<p>Zwei Jahre waren wir zusammen und du warst das Beste, was mir je in meinem Leben passiert ist. Ausnahmslos. Du warst das, was ich mir immer erhofft, erträumt und gewünscht hatte. Und immer noch habe. Du bist das, was Udo Jürgens als den Leuchtturm beschreibt, der jetzt anderswo steht. Den du verrücken willst. Auch wenn er es ein bisschen anders gemeint hat.</p>
<p>Aber weißt du, was das wirklich Schlimme ist? Weißt du, was für mich fast nicht auszuhalten ist? Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll. Die Kämpfer-Hof-Natur ist ratlos. Ich habe, leider fallen mir keine besseren Worte ein, nichts mehr, was ich verkaufen kann. Solange du mich nicht kennst, solange ich dir den Hof machen kann, solange bist du die Person, der ich mich verkaufen kann. Ich kann dir ein Lebensgefühl geben, ich kann dir zeigen: Hey, schau – so könnte das Leben mit mir sein. Mit allen Höhen und Tiefen. Ich kann deine Träume wecken.</p>
<p>Und jetzt? Nach zwei Jahren? Du kennst mich wie kaum ein anderer. Du weißt, wie ich ticke, du weißt, was dich erwartet und was nicht. Und eben, das alles ist es, was du nicht mehr willst. Was soll ich da noch sagen, noch machen? Welche Träume, welches Lebensgefühl kann ich dir noch schenken – was du mir abnehmen würdest?</p>
<p>Keins. Und genau das ist zum Verzweifeln.</p>
<p>Ob wir Freunde bleiben wollen? Natürlich will ich das. Aber weißt, das ist ungefähr, wie einen Apfel nur anzuschauen statt hinein zu beißen. Auch wenn ich zu wenig Obst esse, wie du immer sagst, glaube ich doch, dass der Vergleich richtig ist. Ich soll jetzt also den Apfel nur anschauen und nicht mehr kraftvoll zubeißen. Morgen. Hmpf.</p>
<p>Danke für die letzten zwei Jahre. Danke für die Liebe und – hey – wenn du wüsstest, was du alles verpasst. Wenn ich es nur wüsste. Jetzt – jetzt ist es einfach soweit. Es ist an der Zeit. Tschüß. Und… danke, gell…</p>
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		<title>Frauen, keine meine Logik oder warum mein Mond im Arsch ist</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Apr 2007 13:01:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<h1>Frauen, keine meine Logik oder warum mein Mond im Arsch ist</h1>
<p>Vielleicht ist das ja alles auch nur meinem Sternzeichen zuzuschreiben? Vielleicht aber auch der Tatsache, dass es einfach einen Unterschied gibt zwischen Mann und Frau. Nehmen wir, als rein fiktives Beispiel (natürlich), die elektrische Zahnbürste. Warum putzt sich Madame jeden Morgen damit die Zähne, hält den Bürstenkopf dann kurz unter Wasser und steckt sie zurück? Das Ergebnis ist diese Soße auf dem Aufladeteil, wo man die Zahnbürste draufsteckt. Diese hässliche braune Soße, die, je nach Farbe der Zahnpasta, auch noch schlimmer aussehen kann. Und wer kratzt und putzt dann? Ich, selbstverfreilich.</p>

<p>Ich habe es mehrmals versucht. Auf die gute und freundliche, auf die energische, auf die genervte Tour. Nada, njet. Was ist da los? Ist es so schwer, die Zahnbürste auszuspülen, den Kopf herunter zu nehmen, ihn von innen und außen sauber zu machen? Mit der Hand kurz über den Nobbel zu fahren, wo ich sie aufstecke? Wo ist das Problem, verdammt?</p>
<p>Oder nehmen wir die Bücher und DVDs. Warum kann man die nicht einfach wieder zurück in die Hülle stecken und dort ins Regal, wo man sie, also sie sie herausgeholt hat? Das Ergebnis ist doch dann jedes Mal dies, dass ich einen Roman deutscher Abstammung unter den Lexika suchen kann, anstatt oben rechts, wo er immer stand: bei der modernen deutschen Literatur.</p>
<p>Nicht dass ich der ordentlichste Mensch auf der Welt bin. Gott bewahre (und vor allem ich selber bewahre mich davor sehr gut). Aber hier geht es doch um die Grundregeln des alltäglichen Dschungels, um zu überleben. Hier geht es nicht um Sauberkeit, auch vordergründig nicht um Ordnung. Es geht ums System. Um die Wahrung unserer Systematiken.</p>
<p>Ist es so schwer, die Gutscheine des Pizza-Lieferdienstes in die Schublade mit den Gutscheinen zu legen? Nein? Warum kann ich sie dann regelmäßig im Bücherregal suchen und manchmal bei den Mänteln finden?</p>
<p>Oder Aufladegeräte? Es geht hier doch nur um die einfachsten, alltäglichen Grundregeln. Keiner redet von Kür. Davon sind wir weit entfernt. Aber wenn ich sie darauf anspreche, freundlich und charmant, ist das Donnerwetter vorprogrammiert. Es könne doch nicht angehen, dass ich so kleinlich sei. Kleinlich? Ich werde wahnsinnig. Es könne ferner auch nicht angehen, dass ich die schöne Stimmung ruiniere mit einer Zahnbürsten-Putzregelung.</p>
<p>Und sehen Sie, das ist eben das Missverständnis. Während ich davon ausgehe, dass sie die gute Stimmung durch’s nicht saubermachen kaputtmacht, setzt sie eben in der Kette des alltäglichen Wahnsinns etwas später ein.</p>
<p>Verbal bin ich wirklich nicht auf den Kopf gefallen (auch wenn es so aussieht). Aber versuchen Sie nie, mit meiner Frau zu streiten. Warum? Weil am Schluss immer sie Recht hat. Ich gebe auf. Gerne würde ich ihre Argumente hier verewigen. Leider ergeben sie in dem Moment, in dem ich sie höre, unglaublich viel Sinn. Aber wenn ich sie dann später meinem besten Freund erzählen möchte, muss ich feststellen, dass ich es nicht mehr zusammen kriege. Dass plötzlich alles keinen Sinn mehr ergibt. Das ist ein tödlicher Lauf im Hamsterrad.</p>
<p>Eine Freundin fragte mich letztens, was ich von Sternzeichen sei. Krebs, war meine wahrheitsgetreue Antwort. Sie verdrehte ganz unmerklich die Augen und erklärte mir, dass sie mal mit einem Krebs zusammen war und der ihr sogar erklären wollte, wie man die Zahnbürste sauber machen solle. Wahnsinn, oder? Ich schwieg bedrückt und zog mich in meinen Panzer zurück. Seitdem habe ich aufgehört zu sprechen und denke sehr viel nach. Vielleicht liegt alles nur an meinem Mond, der im Arsch ist, oder Jupiter, der gar kein Planet mehr sein darf. Oder vielleicht doch an der besten Frau der Welt, die ich über alles liebe? Ich weiß es nicht.</p>
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		<title>Frauen-Logik</title>
		<link>http://www.monot.com/2007/03/16/frauen-logik/</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Mar 2007 13:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Frauen-Logik</h1>
<p>So, nur damit Sie mitkommen. Ich bin mit meiner über alles geschätzten und geliebten Partnerin jetzt knapp zwei Jahre zusammen. Sie ist eine intelligente Frau, wohlgemerkt. Das Wasser kann ich ihr in den seltensten Fällen reichen. Studiert hat sie und so. Die Ausgangslage ist also alles andere als prekär.</p>

<p>Im März habe ich ein Klassentreffen in Deutschland zu dem ich gerne gehe und natürlich meine über alles Geliebte mitnehmen möchte. Als meine Begleitung. So, hoffe ich, fallen meine »Minusse« nicht so sehr auf und ich kann glänzen.</p>
<p>Ich war auf einem Waldorf-Internat namens Loheland. Das liegt, und so habe ich das auch immer meiner über alles geliebten Partnerin erzählt, zwischen Frankfurt am Main und Kassel. Das alles als Grundinformation für Sie, liebe Leser und (wenn ich noch habe) Leserinnen.</p>
<p>Wir sitzen jetzt am Frühstückstisch und die morgendlichen Brötchen verschwinden in unseren Mündern und werden mit einem Schluck Kaffee in den Darm hinuntergespült. Die über alles geliebte Partnerin erhebt das Wort und erklärt mir, dass Sie vor meinem Klassentreffen herumfahren möchte und nicht mit mir nach Loheland fahren, sondern dass wir uns doch jetzt dort treffen sollten. »Einverstanden«, sage ich als moderat moderner Mann.</p>
<p>Und jetzt. Jetzt fragt sie mich. »Du sag mal. Das Klassentreffen findet doch in der Nähe von Frankfurt Oder statt, oder?« Pause. Frankfurt Oder? Nicht, dass man nicht mal was verwechseln darf. Aber Frankfurt Oder? Auch nichts gegen »Die schöne Stadt im ehemaligen Osten«. Aber meint sie wirklich Frankfurt Oder? Ich schaue sie misstrauisch an. »Schatz, du meinst wirklich Frankfurt Oder, oder?« Sie nickt.</p>
<p>Ich setze mich auf und blicke sie an. »Wir sind jetzt seit knapp zwei Jahren zusammen. Wenn es Frankfurt Oder wäre, mein Engel, dann… .</p>
<p>Rechnen wir nach. Ich bin 1975 geboren und mit sieben Jahren eingeschult worden. Also 1982. Du weißt, dass ich sieben Jahre auf dem Internat war, also bis 1989. Genau dann ist die Mauer gefallen. Mein Engel, du wüsstest doch, wenn ich aus der DDR kommen würde? Das müsstest du doch mitbekommen haben, wenn meine Mutter, mein Vater und ich Bürger der DDR gewesen wären. Aber wir waren doch die, die sozusagen auch mal mit dem Sonderzug nach Pankow fahren wollten. Nicht, dass ich das wertend meine. Aber nach knapp zwei Jahren Beziehung müsste man das doch wissen.«</p>
<p>»Ja, ja!«, möchte ich jetzt allen aufschreienden Feministinnen zurufen. »Ja, ja, dafür können wir andere Sachen nicht, ich weiß!« Und sicherlich liegt es an mir, an meiner Unfähigkeit. An meiner grundsätzlichen Unfähigkeit zu kommunizieren und dir nicht das Wasser reichen zu können.</p>
<p>Ich nehme mir eine Zeitung zur Brust und verschanze mich innerlich in meiner Höhle. Dort ist die Welt morgens um sieben noch in Ordnung. Dort weiß ich, was mich erwartet und was nicht.</p>
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		<title>Freundschaft mit Schwarm</title>
		<link>http://www.monot.com/2007/01/13/freundschaft-mit-schwarm/</link>
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		<pubDate>Sat, 13 Jan 2007 12:57:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Freundschaft mit Schwarm</h1>
<p>Schau mich nicht so traurig an. Abwechselnd starren wir uns und die Decke an. Ich liebe dich. Warum, fragst du? Weil du es bist. Die Antwort reicht dir nicht? Kann man nicht für zwei Menschen etwas empfinden? Wahrscheinlich nicht. Haben wir eine Zukunft? Ich denke – ja.</p>

<p>Hat die andere auch eine? Was du denkst, weiß ich. Was denke ich? Schau mich einfach nicht so traurig an. Meine Traurigkeit ist sowieso größer. Was, ich bin doch der, der dich verlässt? Nein. Ich verlass dich nicht. Und zu dritt? Nein. Ich weiß. Ob ich es wollen würde? Mhmpf. Die Praxis würde uns einen Strich durch die alt bekannte Rechnung machen. Vor allem würde mein Herz es nicht mitmachen. Deswegen – nein. Warum weiß ich nicht, was ich will? Wo klemmt’s, wer bremst, wo drückt der Schuh? Schau mich bitte nicht so traurig an. Ich bin für uns. Und für das Zusammensein mit der anderen. Darf ich aufhören sie »andere« zu nennen? Das wird ihr nicht gerecht. Dir auch nicht, apropos. Freundschaft ist das, was mich mit ihr verbindet. Tiefe, neue, aufregende Freundschaft. Gibt es das überhaupt? Freundschaft mit Schwärmerei? Ich bin verwirrt. Kann es, darf es das geben? Wohin wird das führen? Muss ich mich jetzt wirklich entscheiden oder darf ich dich lieben und eine Freundschaft mit Schwarm pflegen? Wo die Grenzen sind, ist wohl ausschlaggebend. Gib mir Zeit. Zeit um alles zu ordnen. Meine Gedanken schlagen Purzelbäume. Und – bitte, schau mich verdammt noch mal nicht so traurig an. Weißt du, manchmal muss man den Kopf hoch halten, auch wenn der Hals darunter so unglaublich dreckig ist.</p>
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		<title>Schuheinkauf</title>
		<link>http://www.monot.com/2006/11/24/schuheinkauf/</link>
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		<pubDate>Fri, 24 Nov 2006 12:54:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<h1>Schuheinkauf</h1>
<p>OK, ich habe es wirklich versucht. Ich habe das Klischee, dass Männer keine gute Frauenbegleitung beim Einkaufen sind, wirklich – einfach so – niederreißen wollen. Ich habe mir gesagt: »… das gilt vielleicht für dich, du Schwachmat, aber nicht für mich«. Hey, ich hab’s versucht. Am Anfang wusste die Gnädigste das auch zu schätzen und hat sich wirklich bemüht. Wir gingen zusammen einen Schuh aussuchen, für Madam.</p>

<p>Geschäft 1 / Szenario 1: Der erste Schuh – klar – ist nichts. Der zweite auch nicht. Der achtzehnte, oh Wunder, wurde gekauft. 45 Minuten und raus. Für einen Mann – sehr lang und qualvoll / aber überlebbar. Wie gesagt, am Anfang gab sie sich auch Mühe. Inzwischen läuft’s anders: Geschäft 1 / Szenario 2: Der erste – nichts. Der zweite – nichts. Der achtzehnte – ja, der gefällt mir. »Klasse, dann geh ich damit schon mal zur Kasse«, so ich.</p>
<p>»Ähm, nein…«, so sie, »vielleicht gibt’s nebenan noch einen billigeren?«. »Schatz, wenn dir der Schuh gefällt, dann lass ihn uns nehmen, Geld spielt jetzt wirklich keine Rolle«. Ich hüstele.</p>
<p>Geschäft 2 / Szenario 2: Auch hier wird nach mehreren Anproben ein Paar gefunden. Doch auch dieses wird nicht genommen. Ich erspare uns jetzt die weitere Erzählung meines eigenen kleinen Vietnams. Kurz: wir suchten vier Geschäfte auf. Danach entfernte ich mich im Streit von der kleinen Dame. Wie viele weitere Läden sie allein noch durchstreifte ist mir nicht bekannt.</p>
<p>Wir Männer sind aber keine Einkaufsmuffel. Wir sind einfach Krieger. Wir sortieren die Geschäfte aus, von denen wir denken, dass wir dort ein Paar finden. Dann gehen wir dort hin und bumms. Hey, nenn’ mich verrückt, wir nehmen’s. Warum auch nicht. Es gefällt mir. Mir egal, was der Laden daneben hat. Und der daneben. Und der daneben. Warum nicht das, was uns gefällt, auch kaufen. Ein Schuhkauf dauert bei mir 15 Minuten. Danach komme ich mit drei Paar Schuhen raus und bin für die kommenden 12 Monate versorgt.</p>
<p>Frauen – werdet resoluter. Werdet emanzipiert. Ihr wollt doch immer so werden wie wir Männer (das war doch das mit der Emanzipation), dann erlernt das Einkaufen. Es ist so einfach. Schaut uns nur dabei zu. Seid willig. Danke. Ewig, Euer Antoine.</p>
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		</item>
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		<title>Die Geschichte</title>
		<link>http://www.monot.com/2006/02/13/die-geschichte/</link>
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		<pubDate>Mon, 13 Feb 2006 12:42:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Die Geschichte</h1>
<p>Jahrelang habe ich immer diese Geschichte erzählt. Diese Geschichte, wie wir uns kennen gelernt haben. Ich habe sie allen erzählt, denen, die Sie hören wollten und denen, die sie nicht hören wollten. Vier Jahre lang, sechs Monate und ein paar Tage.</p>

<p>Es war so ein Nachmittag an dem ich nicht mehr wusste, was ich machen sollte. Mir war einfach langweilig. Manchmal gibt&#8217;s ja so was. Langeweile pur. Stunden, Tage, an denen du dich fragst, was du mit dir anfangen sollst.</p>
<p>Erst kurz zuvor hatte ich eine Werbung gesehen. Das Werbeversprechen war, dass ich ein Kontingent an Minuten kaufen und per Kreditkarte zahlen sollte, dann könnte ich dieses abtelefonieren, indem ich eine 0190er Nummer anrufe, ohne eben jene hohen Kosten haben zu müssen.</p>
<p>Ich wählte also. Telefonierte und lies mich mit einer Frau nach der anderen verbinden. Dem Laien sei kurz erklärt, dass auf den wenigsten 0190er Nummern Call-Girls arbeiten. Nein, die Betreiber machten es noch geschickter. Männer durften zu überhöhten Kosten anrufen und normale Landpomeranzen gratis. Ein Computer verband beide einfach wahllos miteinander. Hatte man keine Lust mehr, drückte man die Null und bekam die nächste.</p>
<p>Ich sprach, drückte die Null, sprach weiter, bis ich eine Stimme ans Telefon bekam, die mir gefiel. Eine sympathische. Wir unterhielten uns. Bis mir plötzlich die Line mitteilte ich hätte nur noch 60 Sekunden, dann wäre mein Guthaben aufgebraucht. Das Kontingent weg.</p>
<p>Ich sagte der Frau, die diese 60-Sekunden-Nachricht nicht gehört hatte, dass sie mir ganz schnell ihre Privatnummer geben solle, da ich gleich weg wäre. Für eine Erklärung bliebe keine Zeit. Hätten wir uns verloren, wären wir nie wieder zusammen gekommen. Ein erneutes zufälliges Treffen war fast ausgeschlossen. Sie zögerte. Die Zeit tickte. Die Uhr rann. Die Sekunden verstrichen. Ich wusste, wenn ich Sie jetzt dränge, erreiche ich nichts. Ich wusste, dass sie weg ist, wenn ich nichts unternehme. Sie überlegte. Ich wusste, gleich ist es vorbei. Dann nannte sie mir ihre Nummer. Ich schrieb mit. Just nachdem sie die letzte Zahl gesprochen hatte, wurde das Gespräch unterbrochen. »Ihr Guthaben ist aufgebraucht. Möchten Sie erneut kaufen, wählen Sie die Eins, möchten Sie&#8230;«</p>
<p>Kurz: Fünf Monate telefonierten wir. Sie rief mich an, ich sie. Täglich. Wir verstanden uns und wussten, über was reden. Es war so schön. Ich schickte ihr Bilder von mir, sie mir von sich. Ich wusste, als ich ihre Bilder sah, das ist sie. Sie wusste, als sie meine sah, das ist er auf keinen Fall.</p>
<p>Ich wollte sie treffen. Sie verschob es regelmäßig. Räumlich trennten uns gut zweihundert Kilometer. Ich ja, sie nein.</p>
<p>Ich blieb dran. Warb und bettelte um ein Treffen. Sie dachte, er hat eine tolle Stimme, reden kann ich gut mit ihm, nur aussehen tut er nicht. Ich war nicht ihr Typ. Dann dachte sie sich aber auch: Fotos täuschen und lügen, die gemeinen. Vielleicht sollte ich ihn doch treffen, vielleicht merke ich, dass er es ist. Er und kein anderer.</p>
<p>So kam es dann. Wir trafen uns. Ich fuhr zu ihr. Die Verabredung: verstehen wir uns nicht, reise ich noch am selben Nachmittag ab. Ansonsten kann ich über Nacht bleiben. Auf dem Sofa selbstverfreilich.</p>
<p>Der Tag kam. Der Tag war da. Sie kam und war da und ich wusste: Das ist sie. Nicht nur der Inhalt, auch die Verpackung ist meins. Und sie wusste: Das ist er – nicht. Der Inhalt stimmt, nur die Verpackung nicht. Sie sagte mir vorerst nichts. Wir lachten und unterhielten uns und verstanden uns prächtig.</p>
<p>Dann die Kür. Am Abend Essen mit ihr und der besten Freundin. Hier gilt es aufzupassen, da dieses Terrain schlimmstes Glatteis bedeutet. Ich muss weiterhin um sie werben, darf aber die beste Freundin nicht verschmähen. Schmähe ich sie aber zuviel, wird das Ziel der Begierde unruhig. Es gelang der Balanceakt. Am Abend durfte ich dann sogar in ihrem Bett schlafen. »Aber es läuft nichts, klar?«. Nahm ich mir zu Herzen. Ich machte nichts. »Du«, fragte ich zaghaft, »Du, darf ich mit dir kuscheln?«. Sie erstarrte. Um Gottes Willen. Sagte aber ja. Okay. Warum nicht. Wir kuschelten und ich bekam die dreiviertel Nacht kein Auge zu. Am Morgen bei Toasties gestand ich ihr dann zaghaft: »Ich glaube, ich habe mich in dich verliebt«. Sie schwieg. Redete von »nicht offen sein für&#8230;«, »nicht daran denken, dass&#8230;«, »nicht wissen, ob&#8230;«. Ich weinte. Sie beschwichtigte. Ich fuhr.</p>
<p>Zu Hause angekommen sagten mir von alleine und unabhängig voneinander alle Freunde und Bekannte für das kommende Wochenende ab. Zur Mitte der Woche fasste und packte ich mein Glück an. Ich sagte ihr, ich wolle erneut kommen, sie zögerte und&#8230; sagte zu. Ich fuhr hin und wir redeten und lachten und freuten uns aneinander. Am Abend, ich schlief wieder in ihrem Bett, kam es zum unausweichlichen. Wir schliefen miteinander. Ich wusste, nun sind wir zusammen. Sie dachte, wenn schon einer da ist warum nicht mit ihm.</p>
<p>Ich war verliebt. Sie auf das Abenteuer aus. Es war das letzte Mal, dass wir uns vor ihrem Mallorca-Aufenthalt sehen konnten. Zwei Wochen Ferien mit der besten Freundin. Ich zögerte nicht, wusste, sie liebt mich und schickte Faxe, malte Bilder und war so glücklich mit ihr zusammen zu sein, dass es dazu kam: Sie fing an mich zu lieben. Sie fing an etwas für mich zu empfinden. Als sie nach 14 Tagen ihren Briefkasten zu Hause leerte, lag es da. Ein Zugticket zu mir, inklusive Reservierung. Per Express geschickt.</p>
<p>Sie kam. Seit diesem Tage waren wir zusammen. Wir zogen gemeinsam in eine dritte, neue Stadt, zogen in eine Wohnung und verlobten uns alsbald.</p>
<p>Diese Geschichte habe ich die letzten viereinhalb Jahren erzählt. Jedem, der es hören wollte und auch denen, die es nicht hören wollten. Nun haben wir uns getrennt und plötzlich fehlt mir unsere Geschichte. Die, wo alle immer sagten: »Das kann doch gar nicht sein«, »So ein Wahnsinn«, »So eine tolle Geschichte«, »Wirklich?«, »Unfassbar«. Plötzlich sind sie beide weg. Die Frau und die Geschichte. Wie sehr hängen wir doch daran, Erzähltes, Liebgewonnenes weiterzuerzählen. Bis es niemand mehr hören kann.</p>
<p>Jetzt sind alle erlöst. Jetzt habe ich die Geschichte zum letzten Mal erzählt. Jetzt ist sie weg. Die Frau und die Geschichte. Für immer.</p>
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		<title>Trennung</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2006 12:40:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Trennung</h1>
<p>Das neue Jahr hat so ein bisschen begonnen und vom alten hat man sich noch nicht so ganz getrennt. Oft schreibt man noch die falsche Jahreszahl, verplappert sich beim Reden. Dabei ist jede Trennung doch immer ein Neuanfang. Denkt man. Sagen die. Zuallererst ist Trennung – Trennung. Punkt.</p>

<p>Du stehst vor ihr. Sie sagt dir, sie wisse nichts mehr mit dir anzufangen. Denkt, sie wäre nur aus Mitleid mit dir und nun gegen dich. Du knüpfst deinen Trenchcoat zu. Schaust ihr in die Augen, schlägst den Kragen hoch (und abgesehen davon kommst du dir vor wie dieser Privatdetektiv aus deinem Fernseher, der im peitschenden Regen einen Mann im Kopf hat, der ständig Sachen zu uns sagt) und vermisst etwas. Aber was. Was fehlt? Fehlt sie dir schon? Ist es das? Sie, oder du, bist doch noch gar nicht weg. Oder ist es das Wissen, dass man sich nicht mehr hat, was das Fehlen auslöst? Oder fehlt schlicht und einfach nur die Voice-Over-Stimme, die sagt: »Draußen regnet es. Ich muss sie verlassen, ich schaue in ihre rehbraunen Augen, und es fällt mir verdammt schwer«.</p>
<p>Dabei verlässt sie doch gerade mich.</p>
<p>Und dann gehst du raus. Es ist kalt. Der Regen peitscht – eigentlich nicht und letztlich ist es für diese Jahreszeit auch viel zu warm. Die Voice-Over-Stimme, die ich noch nie vernahm, lässt auch jetzt nichts von sich hören, und an der Hotelrezeption schreibe ich das falsche Datum auf das Anmeldeformular.</p>
<p>So ist es also, das neue Jahr. Unbarmherzig und pisswarm.</p>
<p>Um es mit Eins, Zwo zu halten: Kopf hoch, wenn der Hals auch dreckig ist.</p>
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		<title>Warum ich früher nie eine Freundin hatte</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Dec 2005 12:39:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<h1>Warum ich früher nie eine Freundin hatte</h1>
<p>Ich wollte das jetzt ein für alle Mal klären. Gerade jetzt halte ich den Zeitpunkt für einen richtigen, da Deutschland ja den Bach ab geht, wie wir so zu sagen pflegen. Weil mich auch viele Menschen auf der Straße ansprechen und mich fragen: »Warum hatten Sie früher eigentlich keine Freundin?« und ich dann immer verlegen von der einen Stelle auf die andere trete.</p>

<p>Weil ich weiß, dass meine Erklärung nicht so eine kurze ist, und die aber sicher nicht die Zeit haben, so eine lange Erklärung hören zu wollen. Also hätte ich einfach sowas kurzes sagen können wie »Wegen den Windpocken«, hätte jeder genickt und sich zufrieden gegeben damit. Aber es lag ja nicht an den Windpocken, und außerdem wäre das ja auch gar keine Erklärung gewesen.</p>
<p>Als ich 14 war, da kam das wieder zusammen, was zusammen gehört, wie man so schön sagt. Nämlich Deutschland. Das war 1989 und da hat dann der ganze Kommunismus aufgehört, bei uns um die Ecke. Da kamen dann sozusagen das neue und das alte Deutschland zusammen. Also alle haben gesagt, die neuen und die alten Bundesländer. Und immer wenn ich am Wochenende in den Ausgang gegangen bin, so wie wir bei uns das Weggehen am Abend nennen, da haben mich dann immer die Frauen gefragt, woher ich denn komme. Zuerst habe ich gesagt »von zu Hause«, aber als die dann immer so gelacht haben, hab ich dann die Wahrheit gesagt. Aus den neuen Bundesländern. Da haben die dann nicht mehr gelacht, sondern mich zu einem Getränk eingeladen. Ich habe allerdings schon damals den mitleidigen Blick übersehen gehabt. Und dann, nach der Getränkeeinladaktion, waren die dann immer ganz schnell weg.</p>
<p>Heutzutage verstehe ich auch warum. Weil die mich für einen Ossi gehalten haben und sich dachten, der braucht dann immer eine Anleitung und kann nichts alleine machen, weil der ja so erzogen wurde von seinem Staat.</p>
<p>Das beruht allerdings alles auf einem Missverständnis. Als ich damals immer hörte, dass die neuen Bundesländer und die alten zusammen gekommen sind, und dann die Bilder im Fernsehen von den alten und den neuen Bundesländern gesehen habe, da hielt ich Westdeutschland für die neuen und Ostdeutschland für die alten Bundesländer, weil bei uns in Hessen, wo ich herkam, war ja auch immer alles neu und bei denen alt. So wie heute auch noch.</p>
<p>Und deswegen hatte ich früher keine Freundin. Weil die mich wegen der DDR nicht wollten. Schade eigentlich.</p>
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		<title>Die Fremde</title>
		<link>http://www.monot.com/2005/12/23/die-fremde/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Dec 2005 12:37:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<h1>Die Fremde</h1>
<p>Weihnachten ist die Zeit der Besinnlichkeit. Weihnachten ist aber auch die Zeit der Einsamkeit. Wie sollen Einsame sich denn besinnen? Viel diskutiert und oft feuilletonisiert ist, gerade zur Weihnachtszeit, Sex von, mit und über unsere Single-Mitmenschen. Abgesehen von ruinösen Telefonnummern und Internetpartnertauschbörsen sieht es trist und so gar nicht weihnachtlich aus.</p>
<p>
Da ich gestern Abend einen lieben Freund zum Fondue traf und er allen Singles dieser Welt einen Tipp gab, möchte ich ihn euch nicht vorenthalten.</p>
<p>Es geht um »Die Fremde«. Sex mit ihr kann entspannend und kribbelnd zu gleichen Teilen sein, sagte mein Freund. Er erzählte von seinen ersten Malen und beschrieb die Onanie zuerst mit der rechten und dann mit der linken Hand. Dann kam er schnell auf die Fremde zu sprechen.</p>
<p>Um es kurz zu machen und Ihnen Weihnachten noch etwas bieten zu können, versuche ich seine poetischen Worte wiederzugeben.</p>
<p>»Setz dich auf deine Hand und warte bis sie eingeschlafen ist, dann vollführe mit eben dieser Hand das Ritual der Onanie, mach schnell und lass dich nicht lumpen. Vollziehe es bevor sie wieder aufwacht. Dann und nur dann stellt sich das Gefühl der Fremden ein.«</p>
<p>Um frei nach Hermann Hesse jetzt zu enden&#8230;</p>
<p>»Dann bist du, plötzlich meiner müd, gegangen,<br />
Und tatest mir zum letzten Male weh.<br />
Ein Stück von mir blieb noch bei dir gefangen,<br />
Und wenn ich fern dich Schlanke gehen seh,<br />
Kann ich die fremde schöne Hand begehren,<br />
Als ob wir nie ein Paar gewesen wären.«</p>
<p>Frohe Weihnachten euch allen.</p>
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		<title>Ausgang</title>
		<link>http://www.monot.com/2005/09/21/ausgang/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2005 12:34:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Ausgang</h1>
<p>Was soll das denn eigentlich? Der Erstkontakt zwischen Mann und Frau ist doch heutzutage völlig gestört. Sehen sie, früher (und ausnahmsweise darf ich das sagen) war zwar nicht alles, jedoch etwas besser. Mann und Frau sind (wenn sie scharf auf einander waren) miteinander ausgegangen. Sonst nicht – niente – nada. Warum kann man das heutzutage nicht mehr einführen? Was ist das Problem dabei?</p>

<p>Ich verabrede mich mit einer süßen kleinen Frau. Sie legt ihren Kopf zur Seite, schaut mich an und sagt: »Ja klar, wie wär&#8217;s mit gleich jetzt«. OK, gesagt getan. Man geht zusammen aus (wir erinnern uns, dieses Szenario kommt häufig vor). Man geht also zusammen einen Kaffee trinken. Geht dabei am besten auch gleich zu Starbucks (letztens wurde ich doch tatsächlich gefragt, warum ich immer zu Starbucks gehe, XY hätte doch den viel besseren Kaffee – hey, warum trägst du denn Zara-Klamotten und nicht den letzten Schrott von KiK? – es geht doch um das Lebensgefühl, stupid)&#8230; zurück zu unserem Date. Ich bestelle mir einen Pfefferminztee (der häufig leider aus einer ZEN genannten Grünteemischung besteht), man sitzt zusammen und plaudert. Es läuft auch alles fantastisch. Kurz, der Nachmittag war ein voller Erfolg. Ihr habt zusammen gelacht, euch angeschaut und alles lief wie-nach-Plan. Man verabredet sich weiterhin. HEY – verdammt. Ist das Leben nicht schön? Und ca. nach dem dritten, vierten Treffen versuchst du sie zu küssen. Sie fängt (zugegeben sehr süß) an zu lachen und dreht ihren Kopf genau um die Prozentzahl nach rechts, dass du auf ihrer Backe landest. Der Blick jedoch, den sie dir zuwirft, beim Verabschieden, ist wiederum so reizend, dass ihr euch wieder und wieder trefft.</p>
<p>Irgendwann, inzwischen sind zwei bis drei Monate ins Land gezogen, sagst du ihr, dass du dich in sie verknallt hast – bumm, einfach so. Ihr fallen nacheinander alle Gesichtzüge aus dem selbigen. Sie erstarrt. Ringt um ihre Fassung um dann ein: »Ich dachte wir wären nur&#8230; du bist eine Art&#8230; Bruder für&#8230; Lass uns Freunde&#8230; ich bin gar nicht offen für eine Bezie&#8230;« herauszuquetschen. Grundregel No. 1 (liebe Frauen): Freundschaften zwischen Männern und Frauen sind NICHT möglich. Wenn ihr mit einem selbigen ausgeht, HAT das etwas zu bedeuten. Was wir wieder einführen sollten? Dass, wenn man miteinander ausgeht, das auch etwas zu bedeuten hat. Wenn nicht? Verneine den Ausgehwunsch und such dir einen anderen. Punkt. Und&#8230; bitte&#8230; hör auf, wildfremde Männer als deine Brüder zu bezeichnen.</p>
<p>Kopf hoch, wenn der Hals auch&#8230;</p>
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		<title>Liebes Tagebuch</title>
		<link>http://www.monot.com/2005/09/13/liebes-tagebuch/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Sep 2005 12:32:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Liebes Tagebuch</h1>
<p>Wow. Da ist sie also. Die erste Kolumne bei kolumnen.de. Freundlich weist mich der Newsletter auf dieses Erscheinen hin. Ein guter Tag. Wir schreiben den 22.8.2005, meine erste Kolumne ist nun also online. Leicht verwirrt sehe ich im Newsletter, dass eine gewisse Katrin Wiegand mit ihrem »Liebes Tagebuch&#8230;« die Gunst des kolumnen.de-Redakteurs gewonnen hat. Sie steht an erster Stelle.</p>
<p>
Schnell dem eigenen Link im Newsletter auf die eigene Kolumnenseite gefolgt. Uff. Da ist meine ja. Durchgelesen. Ja. Gut redigiert. Perfekt. Ja, beim selber lesen muss ich schmunzeln. Gut geschrieben. Meine Kolumne. Haha. Will kolumnen.de gerade wieder schließen, entscheide mich dann aber anders. Ha. Dieser Wiegand werde ich es jetzt zeigen. Ich lese ihre Kolumne. Ist sicher um Welten schlechter als meine. Entdecke voller Schrecken auf der Startseite, dass auch dort ihre Kolumne über der meinigen positioniert ist. Schnell lesen und dann mit der Sicherheit, dass sie eine schlechtere Autorin ist als ich, schlafen gehen. Ein Tagebuch. Naja. Ich weiß nicht.</p>
<p>Ich überfliege die ersten Sätze. Jaaa. Mhm. Gar nicht schlecht. Verdammt. Jetzt musste ich doch tatsächlich lachen. So etwas darf mir in Zukunft nicht mehr passieren. Weiter lesen. Aha. Da. Jetzt hab ich sie. Erinnert mich an Bridget Jones. Weiter lesen&#8230; jaaa. Ist schon ein eigener Stil. Verdammt. Die ist ja wirklich lustig. Großer Lacher. Oh nein. Schnell die Biografie von der Wiegand angeschaut. Ebenfalls gut geschrieben. Witzig, verhalten. So wie die Kolumne selbst. Böse und eigen. Versinke in eine tiefe Depression. Überlege mir, ob ich ihr einen Leserbrief schreiben soll, unter falschem Namen. Mhm. Nein. Wenn, dann unter meinem richtigen. Überlege mir, ob ich ihr meine Bewunderung aussprechen soll oder sie aufs Übelste beleidigen. Bin mir noch nicht ganz sicher. Der beleidigende Leserbrief klingt verlockend. Aber womit kann ich sie beleidigen?</p>
<p>Das Tagebuch erneut gelesen. Irgend eine Schwachstelle wird sich doch finden lassen. Nein. Verdammt. Sie hat eine witzige, gute und intelligente Kolumne geschrieben. Überlege mir, ob ich meine (aus Protest sozusagen) zurückziehen soll. Setze den Brief an den zuständigen Chefredakteur von kolumnen.de auf. Ist auch affig. Halt. Stopp. Ich schlage sie mit ihren eigenen Mitteln. Werde jetzt noch lustiger als sie. Setze mich sogleich dran und schreibe eine Kolumne. Eine, die sich gewaschen hat. Mhm&#8230; Überleg. Kau auf Bleistift. OK. Vielleicht nicht heute. Entscheide mich, erstmal abzuwarten. Vielleicht fällt ja schon die nächste flacher aus. Das Niveau kann die unmöglich halten. So. Soll sie doch ruhig kommen, die Wiegand. Ich bin gewappnet. Liebes Tagebuch, Kopf hoch, wenn der Hals auch dreckig ist. Pah.</p>
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