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Verfasst vor 4 Monaten
Antoine Monot, Jr., Freitag den, 14. Mai 2010

Die LOLA in Afrika – ein Reisebericht von Antoine Monot, Jr. für die Deutsche Filmakademie

Während in Berlin die LOLAS im Rahmen des Deutschen Filmpreises vergeben wurden, war ich in Benin, Afrika, und habe ein LOLA Festival durchgeführt. Es fing mit vielen Unwägbarkeiten an: Der Vulkan, dessen Namen nicht mal Korrespondenten des öffentlichen Fernsehens aussprechen konnten, verhagelte den Hinflug – und ich kam mit einer 3-tägigen Verspätung in Cotonou an.

Es war nicht mein erster Besuch in Afrika, und doch war er ganz anders als der vorherige. Wir produzierten fast zwei Monate in Kenia unseren Spielfilm SLOWPLAY – und was ich dort zu sehen bekam, war vor allem Armut. Hier fand ich diese Armut ebenfalls vor, aber ich hatte Kontakt mit einer breiten gebildeten Schicht von Beninern. Dies mag dem Umstand geschuldet sein, dass ich diesmal nicht auf eigene Faust gereist bin, sondern im geschützten diplomatischen Rahmen. Aber diese Menschen zu sehen, die studiert und willens sind, ihr Leben zu meistern, ihre Situation zu verändern, das hat mich tief beeindruckt.

Die Deutsche Filmakademie organisierte, zusammen mit der Deutschen Botschaft und vielen Partnern, die „Semaine culturelles Allemandes“. Und ich durfte dort den deutschen Film repräsentieren. Eingeladen war eine Auswahl der nominierten Filme für die LOLA 2010. Wir zeigten von WÜSTENBLUME über DAS WEISSE BAND bis hin zu VORSTADTKROKODILE eine breite Auswahl.

Darüber hinaus durfte ich einen Tag lang beninische Schauspieler und Regisseure unterrichten. Das war eine ebenso unglaubliche Erfahrung. Benins Nachbarland Nigeria hat eine aktive, prosperierende und außergewöhnlich große Film- und Fernsehlandschaft – in Benin ist diese jetzt gerade im Aufbau begriffen. Aber, und genau das war die unglaubliche Erfahrung, sie knabbern an den gleichen Problemen wie wir: Die Schauspieler fragen sich, wie sie am Set sichtbar machen können, dass Schauspieler auch manchmal ein – wohlgemerkt innerliches – Objektiv wechseln müssen, um die gewünschte Leistung zu erbringen. Die Regisseure stellten mir die gleichen Fragen wie die Studenten der HFF München: Wie bringe ich Schauspieler dazu, dies und das zu tun. Und zwar so, dass es am Schluss auch noch wahrhaftig wird?

Ich glaube, dass dieses Seminar – hier sehr schön Atelier genannt – mit die spannendste Erfahrung war, die ich seit langem hatte. Ich zeigte den Teilnehmern dann Fatih Akins Film SOUL KITCHEN, der französisch untertitelt war. Und wissen Sie was? Diese Filmschaffenden, die in der Regel noch nie ihr Land, geschweige denn ihren Kontinent verlassen hatten, die weder Hamburg kennen noch Deutschland, diese Menschen lachten an genau den Stellen, an denen es der Film verlangt. Das war eine Erfahrung, die mir das Herz aufgehen ließ.

Im Anschluss analysierten wir gemeinsam vor allem das Spiel. Und es sind zwei Fragen, die mir im Kopf geblieben sind: Wie mache ich einen Film, der Humor und die Tragik betreffend, so universell ist wie am Beispiel von SOUL KITCHEN gerade erlebt? Und die andere Frage, die aber nicht von allen Teilnehmern geteilt wurde, war: Ist ihr Leben so schnell wie in diesem Film? Leben Sie in einem solchen Rhythmus?

Die Präsentation der nominierten LOLA-Filme verlief spannend und eindrucksvoll. Neben meiner Präsentation der Deutschen Filmakademie versuchte ich dem Publikum das deutsche Filmschaffen und vor allem die präsentierten Filme näher zu bringen.

Auch wenn ich der diesjährigen Preisverleihung in Berlin fernbleiben musste – und jeder, der mich kennt weiß, wie schwer es mir fällt, kostenlose Getränke und Essen abzulehnen – es war eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Der kulturelle Austausch zwischen dem deutschen Film und der Welt sollte weitergeführt werden. Unbedingt.

Erschienen im Extrablatt, dem Newsletter der Deutschen Filmakademie am 11. Mai 2010

Verfasst vor 2 Jahren
Antoine Monot, Jr., Montag den, 30. Juni 2008

Kolumne: Deutschland gegen Spanien, oder das EM-Finale

Naja … wir sind Papst.

Verfasst vor 2 Jahren
Antoine Monot, Jr., Mittwoch den, 21. Mai 2008

Kolumne: Wie war dein Tag heute, Schatz

Die klassische Fragestellung. Wie war dein Tag heute, Schatz? Wenn in einer Beziehung der Ehemann auf Durchzug stellt und das über sich ergehen lässt, ist alles schon schön eingespielt. »Wie war dein Tag denn heute?« habe ich aber, ganz unschuldig, meiner besten Freundin gestellt. Einfach so. Fragen Sie beste Freundinnen nie, wie der heutige Tag war. Auf jeden Fall nicht, wenn sie nicht nur beste Freundinnen, sondern auch Mütter sind. Als kinderloser Single überlegt man sich das alles sonst noch mal. So sah die Antwort aus:

»Den Keller weiter aufgeräumt, da am Wochenende Paulas Möbel abgeholt werden. Wir haben um Ostern den kompletten Umbau der Kinderzimmer von Lara und Lea vorgenommen – und jetzt ist Paula dran. Lara hat ein rosa Zimmer, Lea ein terrafarbenes Zimmer und Paula möchte nun ein lindgrünes Zimmer – gut, dass ich nur drei Kinder habe.

Verfasst vor 3 Jahren
Antoine Monot, Jr., Mittwoch den, 28. November 2007

Kolumne: Die Zeit

Die Zeit – eine Andacht in vier Absätzen, einem Zitat, einer Verabschiedung und jetzt neu mit Gedicht, wobei das Wort »neu« unbedingt blinkend vorgestellt werden muss

Die Zeit, die gute alte. Unser ewig währender Wegbegleiter. Er lässt uns älter werden, oder nur so aussehen oder nur so nicht aussehen, aber es trotzdem sein. Schön. Wir Männer haben durch das Älterwerden die Reife des Weines; die gnädigsten unter den Damen, bitte mir an dieser Stelle zu verzeihen, dafür die des Apfels und seiner Runzeln. So jedenfalls das Bild, das ständige, welches uns vor Augen geführt und, Gott bewahre, nicht meiner persönlichen Meinung entspricht. Natürlich nicht.

Verfasst vor 3 Jahren
Antoine Monot, Jr., Montag den, 26. November 2007

Kolumne: Deutsche Telekom oder die Phantom-Rechnungen

Ein letzter, langer Blick zurück. Der Flur wirkt verwaist, die Möbel sind schon vor Tagen abgeholt worden, der Mietvertrag noch für 14 Monate bindend. Einen Nachmieter für das Büro – nicht gefunden. Da gestern der Strom abgestellt wurde und der lange Flur keine Fenster hat, ist nicht mehr all zu viel zu erkennen. Der Kabelanschluss wurde plombiert und der Herr von der Telekom hat seinen Termin natürlich nicht eingehalten.

Die Kündigung war schon ein Kreuz. Drei Faxe, zwei eingeschriebene Briefe (mit Rückschein) – und die Hotline behauptet steif und fest »eine Kündigung ist bei uns nicht eingegangen«. Aber ich habe den Rückschein hier, der besagt, dass irgendjemand bei der Deutschen Telekom die Kündigung erhalten hat. »Das kann nicht sein«, war die Antwort. Mhm … ich sehe ihn aber, er liegt vor mir in meiner linken Hand und da steht das schwarz auf weiß. Ob denn die Post lüge und wohl diesen Zettel, den man gemeinhin Rückschein nennt, gefälscht habe, will ich von ihr wissen. Das könne sie nicht sagen, da sie nicht bei der Post arbeite und auch niemanden kenne, der das tut. Zutrauen würde sie es denen allerdings schon.

Verfasst vor 3 Jahren
Antoine Monot, Jr., Freitag den, 23. November 2007

Tage, die nichts wollen

Es war wieder mal ein Freitag, wie es immer einer ist, wenn sich einer dieser Freitage ankündigt. Die Sonne ging auf, irgendwo, und sie ging unter, auch irgendwo.

Verfasst vor 3 Jahren
Antoine Monot, Jr., Montag den, 29. Oktober 2007

Schischi-Küche

Ich mag nicht mehr. Es nimmt langsam überhand, diese Schischi-Küche. Schischi-Küche ist, wenn der Mittelstand zu mittelständischen Preisen das Gefühl bekommt, er äße 18 Gault-Millau-Punkte.

Verfasst vor 4 Jahren
Antoine Monot, Jr., Montag den, 5. Februar 2007

Selbstmord dank Deutscher Telekom

Stellen Sie sich vor, Sie wären Kunde der Deutschen Telekom. Ehrlich gesagt können Sie sich auf der Stelle umbringen. Ich selbst bin kein Kunde, saß aber in einem Hotel. Dort wollte ich weltmännisch per WLAN ins Netz der Netze gehen. Einfach so, wie es mir die Werbung suggeriert.

Verfasst vor 4 Jahren
Antoine Monot, Jr., Samstag den, 27. Januar 2007

Versicherungs-Zahnstocher auf Urlaub

Wie soll der normale, arbeitende Mensch von heute eigentlich noch wissen, was er für eine Versicherung benötigt? Ich stehe an der Spitze unseres Zweiklassen-Systems und habe eine private Krankenversicherung, die so ziemlich jeden Schwachsinn bezahlt, den ich jemals von einem Arzt bekommen möchte (ich achte immer darauf, dass ich pro Monat mehr Arztkosten verursache, als ich Prämie bezahle, so hab ich wenigstens das Gefühl, noch ein Schnäppchen gemacht zu haben).

Verfasst vor 4 Jahren
Antoine Monot, Jr., Samstag den, 30. Dezember 2006

Deutschland, geliebtes Deutschland – Ein Abschiedsbrief

Da gehst du also hin. Ziellos und verwahrt. Verwehrt. Äh, Verwirrt. Was warst du doch einst schön und lieblich mit Zauberwörtern wie Vollbeschäftigung, Entnazifizierung und vielen anderen Leckereien überhäuft. Was konnten wir doch damals dankbar sein, unseren transatlantischen Freunden, unseren Amis. Hach, war das schön, als sie Kaugummis von den rettenden Panzern warfen und uns alle hin zu einer schönen, einer besseren Zukunft, einem guten Deutschland führten.

Verfasst vor 4 Jahren
Antoine Monot, Jr., Sonntag den, 12. März 2006

Taschengeld-König

Wir schreiben das Jahr 1988. Ich war 13 Jahre alt und wusste, wie ich es schaffen konnte, reich zu werden. Sehr reich sogar.

Verfasst vor 5 Jahren
Antoine Monot, Jr., Dienstag den, 29. November 2005

Vorweihnachtliche Wunder

Kennen Sie die kleinen Wunder? Die kleinen Wunder und Rätsel, die einem tagtäglich begegnen? Diese kleinen Wunder, die ich nicht mag? Können Sie mir bitte erklären, wie eine Reinigung funktioniert? OK, ich habe zwei Möglichkeiten, waschen oder chemisch reinigen. Hemden werden klassischerweise gewaschen, Anzüge gereinigt. Haben Sie sich noch nie gefragt, was der Unterschied ist? CHEMISCHE REINIGUNG. DRY CLEANING. Klingelt’s langsam?

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